Umwelt

Produktgruppen

Chemikalien

Warum sind Tierversuche nicht schon lange abgeschafft?

In vielen Produkten des täglichen Lebens sind Erzeugnisse der chemischen Industrie verarbeitet. Die Palette reicht von Ascorbinsäure (Vitamin C) bis hin zu Zinkoxid (ein Farbstoff z.B. in Lacken) und vielem mehr. Etwa 30.000 chemische Stoffe werden heute in der EU vermarktet. Pro Jahr kommen ungefähr 100 neue Stoffe dazu. Nur ein Teil davon hat gefährliche Eigenschaften, aber alle Stoffe unterliegen strengen Bestimmungen zum Schutz der Menschen und der Umwelt. Der Gesetzgeber schreibt dafür Sicherheitsnachweise bezüglich aller gefährlichen Eigenschaften vor. Dazu gehört akut toxisch (giftig), reizend, ätzend, krebserzeugend oder umweltgefährlich.Tierversuche müssen durchgeführt werden, wenn eine sachgerechte Bewertung eines Stoffes mit anderen Methoden nicht möglich ist. Sie sind dann behördlich vorgeschrieben.

Tierversuche gehören zu den teuersten Prüfmethoden und werden von der Industrie nur dann eingesetzt, wenn keine andere Methode zulässig ist. Dabei unternimmt die chemische Industrie die größten Anstrengungen, Alternativen zu den Versuchen an Tieren zu finden.

Versuche an Tieren müssen immer bei der Behörde gemeldet und in den meisten Fällen genehmigt werden. Am häufigsten werden Tierversuche in der medizinischen Forschung durchgeführt. Hier soll neben der möglichen schädlichen vor allem die nützliche Wirkung eines Stoffes herausgefunden werden. Zur Prüfung von kosmetischen Mitteln sind sie verboten. Durch die in Umsetzung befindliche neue Chemikalienpolitik (Stichwort REACH) und die sich intensivierende medizinisch/pharmazeutische Forschung, die noch umfangreichere Sicherheitsnachweise als bisher auch für bekannte chemische Stoffe verlangt, ist in Zukunft wieder mit einem Anstieg der Tierversuche aufgrund gesetzlicher Vorschriften zu rechnen.

Lebensmittel- und Futtermittelzusatzstoffe

Wozu brauchen wir Zusatzstoffe in Lebensmitteln?

Zusatzstoffe dienen dazu, Lebensmittel zu konservieren (Konservierungsmittel), gleich bleibende Qualität (z.B. Feuchthaltemittel oder auch Antioxidantien) zu sichern und vieles mehr. Sie werden sowohl im Haushalt als auch bei der industriellen Lebensmittelherstellung verwendet. Mit z. B. Salz, Essig und Zucker, aber auch Süßstoffen werden Lebensmittel aromatisiert, gefärbt, gesüßt und haltbar gemacht. Mit Hilfe von Backpulver, einem Zusatzstoffgemisch, sollen Kuchen locker werden.

Es gibt natürliche, naturidente und rein synthetische Stoffe, die Lebensmitteln während der Herstellung zugesetzt werden, und die alle auf gesundheitliche Unbedenklichkeit geprüft werden müssen. Es dürfen daher nur solche Zusatzstoffe verwendet werden, deren Zusammensetzung und Reinheit bekannt und vollständig untersucht sind. Und sie dürfen erst nach einer Zulassung zum Einsatz kommen. Die Stoffe werden mit E-Nummern gekennzeichnet, um die komplizierten Namen zu vermeiden. Auch natürliche Stoffe werden so klassifiziert. Zitronensäure z. B. hat die Nummer E 330.

Zusatzstoffe werden oft verdächtigt, Unverträglichkeiten auszulösen. Prinzipiell kann beinahe jeder Stoff, ob in der Natur vorhanden oder synthetisch hergestellt, beim Menschen Allergien auslösen. Unverträglichkeitsreaktionen, verursacht durch Zusatzstoffe, sind aber ausgesprochen selten. Viel häufiger - so belegen es wissenschaftliche Studien - reagieren Menschen empfindlich gegenüber natürlichen Lebensmittelinhaltsstoffen. Meistens sind dies Eiweißstoffe, wie z. B. das Gluten des Weizens.

Recycling

Wo bekomme ich Informationen zur technischen Ausführung von Kläranlagen?

Wir erhalten oftmals Anfragen im Zusammenhang mit schulischen Projekten oder Arbeiten zur Erlangung akademischer Grade. Wir bitten um Verständnis, dass das Dialogforum Sie in solchen Fällen an einschlägige Organisationen verweisen muss, welche Expertise in den jeweiligen Fachbereichen auf sich vereinigen.

Für den Fall des Kläranlagenbaus sind dies folgende:

ÖWAV - Österreichischer Wasser- und Abfallwirtschaftsverband http://www.oewav.at/

IWAG - Institut für Wassergüte und Abfallwirtschaft http://www.iwag.tuwien.ac.at/

SIG - Institut für Siedlungswasserbau, Industriewasserwirtschaft und Gewässerschutzhttp://www.wau.boku.ac.at/sig.html

Rückfragen an: Dr. Hedwig Doloszeski
Telefon: 05 90900 - 3365
E-mail: doloszeski@fcio.wko.at

Recycling

Wie schmutzig ist die Müllverbrennung?

Im Zusammenhang mit einem Schulprojekt ist obige Frage an das Dialogforum herangetragen worden. Die chemische Industrie beschäftigt sich nur in Ausnahmefällen mit der thermischen Behandlung von Abfällen, kommunale Abfälle werden dabei nie übernommen.

Unserer Meinung nach ist es die günstigste Vorgangsweise, sich mit dem Betreiber der nächstgelegenen Müllverbrennung in Verbindung zu setzen, der über die gwünschten Emissionsdaten Auskunft geben kann.

Unter Umständen ist folgende Publikation von Interesse:

Schmiermittel

Weshalb verwendet die chemische Industrie keine Rohstoffe aus der Natur?

Im Gegenteil, nachwachsende Rohstoffe sind sehr wohl eine wichtige Rohstoffquelle für die chemische Industrie. Je nach Anforderungen und technischen Möglichkeiten kommen nachwachsende oder synthetische Rohstoffe in der Chemieproduktion zum Einsatz.

Die Chancen der Verwendung nachwachsender Rohstoffe sind dort am größten, wo nur wenige physikalische, chemische oder biotechnologische Veredelungsschritte notwendig sind. Oft sind Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen derzeit noch teurer als ihre aus fossilen Ressourcen hergestellten Äquivalente.

Der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen - wie etwa der Ölsaatenanbau - bietet für die heimische Land- und Forstwirtschaft eine einträgliche Einkommensalternative. Aus pflanzlichen Ölen erzeugt die chemische Industrie u.a. Treibstoffe, Schmier- und Hydraulikstoffe sowie Metallbehandlungsmittel.

Großes Absatzpotential haben Rapsöl, aus dem Biodiesel-Treibstoff hergestellt werden kann, und pflanzliche Hydrauliköle. Weitere Anwendungsbereiche von Rapsöl finden sich neben dem Einsatz als Biodiesel in der Schmiermittel- bzw. Farben- und Lackproduktion. Auch ein neuartiger Asphalt konnte auf Basis von Rapsöl entwickelt werden: Rapsasphalt ist speziell für die Verschleißschicht von Straßen vorgesehen. In punkto Festigkeit ist dieser Asphalt den Straßenoberflächen aus petrochemischen Produkten sogar überlegen.

Der klassische nachwachsende Rohstoff Holz ist auch ein wichtiger Basisstoff für die Herstellung von Chemiefasern. Viskose beispielsweise ist die wichtigste aus Holz gewonnene Zellulose-Faser. Ihre Endprodukte reichen von Bekleidung über Verbandsmaterialien bis zu Cellophan.

Natürlich versus synthetisch

Trotz ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten haben nachwachsende Rohstoffe aber auch Nachteile: Die Inhaltsstoffe von Pflanzen schwanken je nach Witterung, Boden usw. Dies erschwert eine Produktion mit gleichbleibender Qualität. Mitunter eignen sich diese Materialien für manche Einsatzzwecke gar nicht.

Daher versucht die chemische Industrie, Stoffe aus der Natur, wie sie beispielsweise in Pflanzen vorkommen, auf chemischem Weg herzustellen. Der große Vorteil dabei: Das im Reaktionsgefäß produzierte Material weist für manche Anwendungen günstigere Eigenschaften auf als jenes Material, das aus der Natur gewonnen werden kann. Z.B. können mögliche Unverträglichkeiten durch Verunreinigungen, wie sie im natürlichen Material vorkommen, reduziert werden. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn der Stoff für die Herstellung von Produkten verwendet wird, mit denen Menschen unmittelbar in Kontakt kommen.

Ein Beispiel ist Kautschuk, der aus Gummibäumen natürlich gewonnen, aber auch synthetisch hergestellt werden kann. Für die Herstellung von Reifen und vielen anderen technischen Teilen kann das Naturprodukt herangezogen werden. Für Taucheranzüge oder Teppiche eignet sich hingegen Synthesekautschuk besser. Für Handschuhe dienen beide Rohstoffe je nach Einsatzzweck als Ausgangsmaterial.

Rückfragen an: Dr. Franz Latzko
Telefon: 05 90 900 - 3367
E-mail: latzko@fcio.wko.at

Technische Gase

Sauerstoff für sauberes Abwasser

Stark schwankende Schmutzfracht oder höherer Abwasserzulauf, etwa durch steigende Produktion, können in Kläranlagen zu einem Zusammenbruch des biologischen Systems führen. Konsequenz: Das Wasser beginnt zu stinken. Abhilfe schafft ein Gas, das wir auch zum Leben brauchen – Sauerstoff.

Selbst bei bester Planung lässt sich die zukünftige Auslastung einer Kläranlage nicht immer genau bestimmen. Steigt die Produktion stark an, so steigt auch die Abwassermenge entsprechend. Die Mikroorganismen, die die Schmutzstoffe im Abwasser abbauen, benötigen Sauerstoff. Ist aufgrund der erhöhten Wasser- und damit Schmutzmenge zu wenig Sauerstoff vorhanden, kann keine vernünftige Reinigungsleistung mehr erzielt werden und die gesamte Anlage bricht in ihrem biologischen Prozess zusammen. Bemerkbar ist dieser Sauerstoffmangel für jedermann. Denn: Fehlt der Sauerstoff, treten Faulprozesse ein und es bilden sich unangenehme Gerüche.

Durch die Zuführung von Sauerstoff (der so genannte „Sauerstoffeintrag“) kann die Leistung einer Kläranlage rasch und effizient gesteigert, eine zeit- und kostenintensive Erweiterung der Anlage oftmals vermieden werden.

Abwasser als Kostenfaktor

Die Behandlung des Abwassers stellt für Unternehmen auch einen großen Kostenfaktor dar. Dies betrifft sowohl Investitions- als auch Betriebskosten. Die Auflagen an die Reinigung der Produktionsabwässer sind streng, insbesondere wenn das Abwasser direkt in die Natur zurückgegeben wird. Reglementiert sind dabei die Temperatur, der pH-Wert und der Grad der Verschmutzung. Der chemische und der biochemische Sauerstoffbedarf geben Auskunft über die organische Belastung des Wassers. Sie sind ein Maß dafür, wieviel Sauerstoff das Abwasser zum Abbau der organischen Stoffe benötigt. Der Wert des chemischen Sauerstoffbedarfs ist auch eine der Grundlagen für die Berechnung der Abwasserabgabe.

Überbrückung von Engpässen

Der Einsatz von Sauerstoff hat sich auch zur Überbrückung zeitlich begrenzter Leistungsengpässe bei der biologischen Abwasserbehandlung in kommunalen Klärwerken bewährt, zum Beispiel bei Umbaumaßnahmen an bestehenden Anlagen. Eine Sauerstoff-Versorgungsanlage wird vor Ort aufgebaut und über eine Sauerstoff-Mess- und -Steuereinheit betrieben.

Auch im so genannten Kampagnenbetrieb, beispielsweise im Weinbau oder bei der Zuckerherstellung, wird der Eintrag von technischem Sauerstoff zur Steigerung der Abbauleistung in der Kläranlage oft eingesetzt.

Österreichs Unternehmen der Industriesparte „Technische Gase“ bieten neben dem benötigten Gas die komplette Eintragstechnik und Prozessoptimierung an. Die meisten Systeme lassen sich bei laufendem Betrieb installieren, so dass die Produktion ungestört weiter laufen kann und keine Belastungen für die Umwelt entstehen.

Rückfragen an: Dr. Hedwig Doloszeski
Telefon: 05 90900 - 3365
E-mail: doloszeski@fcio.wko.at

Wasch-, Putz- und Körperpflegemittel

Saubere Wäsche - saubere Umwelt?

Die intensive Forschung der Markenhersteller von Wasch- und Reinigungsmitteln macht sich bezahlt. Waschmittel reinigen heute nicht nur effizienter, die waschaktiven Substanzen sind auch praktisch vollständig biologisch abbaubar.

Waschmittel bestehen aus verschiedenen Wirkstoffen. Herzstück sind dabei die Tenside - jene waschaktiven Substanzen, die den Schmutz von Wäsche, Textilien und Geschirr ablösen.

Die heute eingesetzten Tenside sind leicht biologisch abbaubar, und zwar bereits nach drei Stunden zu über 90 Prozent. Das ist mehr als der Gesetzgeber in Österreich vorschreibt.

Biologischer Abbau: Tenside werden zu Wasser, Kohlendioxid und Salzen

Waschmittelinhaltsstoffe gelangen über das kommunale Abwasser in Kläranlagen. Dort erfolgt der Abbau in mehreren Stufen. In der ersten Stufe, dem so genannten Primärabbau, zerlegen Bakterien die Tensidmoleküle in erste Bruchstücke. Die Tenside verlieren dabei ihre waschaktiven Eigenschaften und sind so nicht mehr schädlich für die Umwelt.

Bereits seit Ende der Achtziger Jahre hat die Waschmittelindustrie mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung den Einsatz der einzig bekannten schwer abbaubaren Tensidgruppe beschränkt. Jene Tenside, bei denen die Bruchstücke nach dem Primärabbau ihre für Wasserorganismen gefährlichen Eigenschaften behalten, kommen seither in der Produktion nicht mehr zum Einsatz.

In weiteren Stufen werden die Molekülbruchstücke größtenteils bis zu Wasser, Kohlendioxid und Salzen zerlegt. Diese endgültigen Abbauschritte bezeichnet man als „Mineralisierung“ bzw. als „Totalabbaubarkeit“. Üblicherweise sind Tenside, die in der ersten Stufe gut abgebaut werden können, auch gut vollständig abbaubar.

Waschmittelindustrie ist Vorreiter in Sachen Umweltschutz.

Die Waschmittelindustrie hat sich schon in den 70ern intensiv mit der Entwicklung von umweltfreundlichen Waschmitteln beschäftigt. Viele ihrer Testmethoden zur Überprüfung der Abbaubarkeit sind heute Bestandteil internationaler gesetzlicher Regelungen.

Bislang waren nur die Anforderungen an die Primärabbaubarkeit gesetzlich geregelt. Mit der bevorstehenden neuen EU-Detergenzien-Verordnung soll nun auch die Totalabbaubarkeit von Wasch- und Reinigungsmitteln gesetzlich verankert werden. Bei der Erstellung dieser Verordnung arbeitet die EU-Kommission eng mit der Waschmittelindustrie zusammen.

Was nun gesetzlich reglementiert werden soll, ist in Österreich allerdings längst Praxis. Die von der Waschmittelindustrie eingesetzten Tenside erfüllen bereits heute in überwiegendem Maße die Anforderungen für den Totalabbau.

Rückfragen an: Dr. Christian Gründling
Telefon: 05 90 900 - 3348
E-mail: gruendling@fcio.wko.at

Chemikalien

Belastet das Quecksilber in Energiesparlampen die Gesundheit und die Umwelt?

Wie alle Leuchtstofflampen enthalten auch die so genannten Energiesparlampen Quecksilber, sie werden in Technikerkreisen daher auch als Quecksilberdampflampen bezeichnet. Es besteht keine Gesundheitsgefahr, sollte einmal eine Lampe zerbrechen und das Quecksilber entweichen.

Eine solche Lampe enthält laut Herstellerangaben etwa 2,5 mg Hg. Der Grenzwert an Arbeitsplätzen, dessen Einhaltung auch bei Dauerbelastung (8 Stunden/Tag, 200 Arbeitstage im Jahr, 35 Jahre Arbeitsleben) einen Gesundheitsschaden praktisch ausschließt, liegt bei 0,05 mg/m3. Wenn also ein Lampe in einem Raum mit etwa 50 m3 Luftvolumen (4x4x3 Meter) zerbricht, wird diese Grenzkonzentration im Extremfall gerade erreicht.

Die Quecksilberbelastung des Durchschnittseuropäers stammt überwiegend aus der Nahrung, wobei Fisch die höchste Quecksilberbelastung aufweist. Die durchschnittlich aufgenommenen Mengen liegen jedoch weit unter der Schwelle der Gesundheitsgefährdung.

Bei der Betrachtung sollte auch nicht außer Acht gelassen werden, dass die Hintergrundbelastung von Quecksilber aus natürlichen Quellen (vom Vulkanausbruch bis zur Auswaschung von Zinnoberlagerstätten) relativ hoch ist und es zur Anreicherung in der Nahrungskette kommt (Fisch!). Der Einsatz von Energiesparlampen erhöht die Quecksilberbelastung des Einzelnen in vernachlässigbarem Ausmaß.

Das Quecksilber ist in den Lampen hermetisch dicht eingeschlossen. Energiesparlampen müssen wegen des Quecksilbergehalts entweder recycliert oder als Sondermüll entsorgt werden.

Chemikalien

Was ist das Kyoto-Protokoll?

Am 16.2.2005 ist das Kyoto-Protokoll zur Reduzierung von Treibhausgasen und zum Schutz des Klimas in Kraft getreten. Das Abkommen wurde 1997 auf einer Konferenz der Vereinten Nationen (UN) in japanischen Stadt Kyoto ausgehandelt und inzwischen von 141 Ländern ratifiziert. Nicht dabei sind Länder wie die USA und Australien, die eine Ratifizierung des Abkommens ablehnen, solange es Ausnahmen für Schwellenländer wie Indien und China gibt.

In der Klimaschutzvereinbarung verpflichten sich die Teilnehmerländer, ihren Kohlendioxid-Ausstoß in den Jahren 2008 bis 2012 auf ein Niveau zu reduzieren, das um durchschnittlich 5,2 Prozent unter dem des Jahres 1990 liegt.

Die EU hat sich im Rahmen des Kyoto-Protokolls insgesamt zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um 8 % verpflichtet, im Rahmen der EU-internen Lastenaufteilung ("burden sharing") hat sich Österreich zu einer Emissionsreduktion um 13 % verpflichtet.

Das Protokoll umfasst die Treibhausgase Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O), teil- und vollfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKW und FKW) sowie Schwefelhexafluorid (SF6). 38 Industriestaaten haben sich verpflichtet, die Emissionen dieser Treibhausgase im Durchschnitt der Zielperiode 2008 bis 2012 gegenüber 1990 (bzw. 1995 für HFKW, FKW und SF6) umdurchschnittlich 5,2 % zu reduzieren. Für die Erreichung der Reduktionsziele der einzelnen Staaten sind auch CO2-Senken (Bindung von atmosphärischem CO2 in Wäldern oder Böden durch Aufbau von Biomasse) sowie CO2-Reduktionen mit den sogenannten flexiblen Mechanismen (Emissionshandel, Joint-Implementation sowie Clean Developement Mechanism) zu berücksichtigen.

Chemikalien

Wie funktioniert ein Dieselkatalysator?

Bei den Dieselmotoren herkömmlicher Bauart ist das gößte Problem die unvollständige Verbrennung des Diesels, weshalb sich im Abgas entprechende chemische Verbindungen (Kohlenmonoxid über Ruß bis hin zum Cetan) finden. Der Dieselkatalysator dient in diesem Fall zur Nachoxidation der Kohlenwasserstoff- und Kohlenmonoxidbestandteile (außer Ruß, der sich katalytisch nicht verbrennen lässt) im Abgas. Hierfür wird ein Keramikmonolith als Trägerkörper verwendet, der mit einer hochaktiven Metallbeschichtung arbeitet.

Neueste Dieselmotortechniken versuchen dem Problem der unvollständigen Verbrennung durch Verbesserung der Verbrennungsumstände im Verbrennungszylinder beizukommen. Mit verbesserter Verbrennung vergrößert sich aber das Stickoxid-Problem beim Dieselmotor. Deshalb wird derzeit ein Katalysator entwickelt, der das Abgas nachbehandelt, indem eine Harnstofflösung ins heiße Abgas eingespritzt wird. Dieses reagiert mit den Stickoxiden ab und reduziert gleichzeitig auch die Emission unverbrannter Kohlenwasserstoffe.

Chemikalien

Wie kann eine CAS-Nummer herausgefunden werden?

CAS steht für Chemical Abstracts Service, welches die wissenschaftlichen Publikationen zur Chemie auf der ganzen Welt beobachtet und Kurzfassungen (abstracts) erstellt. CAS hat ein Ordnungssystem nach Nummern geschaffen, das einer chemischen Substanz eine eindeutige Nummer (CAS-Nummer) zuordnet. Derzeit sind etwa 23 Millionen Nummern vergeben.

Die Chemiebibliothek der TU-Wien verfügt über die vollständigen Verzeichnisse in Papierform und kann bei Bedarf eine - wenn auch kostenpflichtige - Datenbankrecherche über das Fachinformationszentrum Karlsruhe anbieten.

Bei CAS selbst werden Beschreibungen zu diesem Thema in englischer Sprache angeboten:CAS-Registry

Biotechnologie

Gibt es ein Patent auf Leben?

Nein, denn Leben ist keine Erfindung. Es kann daher kein Patent auf Leben geben. Lebende Materie kann als Gegenstand einer Erfindung sehr wohl unter Patentschutz gestellt werden. Aus ethischen Gründen sind hier klare Grenzen gezogen. Die EU-Richtlinie über den Schutz biotechnologischer Erfindungen, die auch in österreichisches Recht umzusetzen ist, schließt von der Patentierung aus:

  • den menschlichen Körper und seine Bestandteile als solche
  • Verfahren zum Klonen von Menschen
  • die Verwendung von menschlichen Embryonen
Die österreichische Bioethikkommission sieht in dieser erstmaligen Festlegung ethischer Grenzen in der Biotechnologie-Richtlinie einen Fortschritt.

Auf eine Erfindung, deren Gegenstand ein bestimmter DNA-Abschnitt, ein Gen, ist, kann ein Patent erteilt werden. DNA ist freilich nicht Leben, sondern eine chemische Substanz, die genetische Informationen trägt und als Zwischenprodukt bei der Herstellung medizinisch nützlicher Proteine verwendet werden kann. Dazu gibt es in Österreich bereits jetzt eine große Zahl an Patenten, die oftmals kurz Biopatente genannt werden.

Eine Erfindung geht von einer schöpferischen Idee aus, durch die eine technische Aufgabe gelöst wird. Um patentierbar zu sein, muss die Erfindung

  • neu sein: Eine Erfindung gilt als neu, wenn sie zum Zeitpunkt der Patentanmeldung nicht zum Stand der Technik gehört. Den Stand der Technik bildet alles, was der Öffentlichkeit durch schriftliche oder mündliche Beschreibung, durch Benützung oder in sonstiger Weise zugänglich gemacht worden ist.
  • gewerblich anwendbar sein und
  • sie muss auf einer erfinderischen Leistung beruhen: Die Erfindung muss sich in ausreichender Höhe vom Stand der Technik abheben, d.h. sie darf sich für einen auf dem betreffenden Gebiet tätigen Fachmann nicht in naheliegender Weise aus dem Stand der Technik ergeben.

Es kann also von Menschen stammendes biologisches Material, das isoliert wurde, oder ein durch ein technisches Verfahren gewonnener Bestandteil, einschließlich der Sequenz oder Teilsequenz eines Gens, Gegenstand einer Erfindung sein, sofern die üblichen Patentierungsvoraussetzungen vorliegen.

Beispiel Interferon: Interferon ist eine Substanz, die der menschliche Körper von Natur aus herstellt. Doch die Fähigkeit, Interferon außerhalb des Körpers künstlich herzustellen, in Verbindung mit dem Know-how, dieses Interferon als Krebsmittel anzuwenden, ist eine Erfindung. Daher sind dieses Interferon und die isolierte DNA-Sequenz, die hierfür codiert, patentierbar.

Ein Patent räumt dem Erfinder das Recht ein, für eine begrenzte Zeitspanne andere an der kommerziellen Nutzung seiner Erfindung zu hindern. Patente verleihen dem Patentinhaber aber keinerlei Besitzrecht an der patentierten Sache. Erst durch die Patentierung wird die Erfindung öffentlich und damit auch für andere Forscher zugänglich gemacht.

Rückfragen an: Dr. Franz Latzko
Telefon: 05 90 900 - 3367
E-mail: latzko@fcio.wko.at









Kunststoffe

Ist die Unverrottbarkeit der meisten Kunststoffe ein Nachteil?

Unverrottbarkeit heißt Materialbeständigkeit. In vielen Anwendungsbereichen ist die Unverrottbarkeit die gewünschte Eigenschaft: z.B. bei Bauprodukten, die ja über Jahrzehnte halten sollen. Hier werden sogar Werkstoffe mit chemischen Anstrichen und Imprägnierungen gegen das Verrotten geschützt.

Aber auch bei Produkten mit kürzerer Nutzungsdauer, wie z.B. bei Lebensmittelverpackungen, ist Unverrottbarkeit selten ein Nachteil. Bei Kunststoffmehrwegverpackungen oder beim stofflichen Recycling ohnehin nicht, weil hier der Werkstoff wieder verwendet wird. Wenn Recycling über mehrere Zyklen laufen muss, braucht man dafür beständiges Grundmaterial. Bei ordnungsgemäßer Entsorgung durch Verbrennung ist es unwichtig, ob eine Verpackung verrottbar ist oder nicht. Bei Deponierung - die in Österreich zur Ausnahme geworden ist - verhalten sich Kunststoffe neutral.

Übrigens sind auch viele andere Materialien, z.B. Glas, unverrottbar und jene Werkstoffe, die organisch abgebaut werden, brauchen dazu besondere Bedingungen bzw. sehr viel Zeit.

Kunststoffe

Kann man durch Verzicht auf Kunststoff Erdöl sparen?

Die Kunststofferzeugung verbraucht nur etwa 4 % des geförderten Erdöls. Der weitaus größte Teil wird zu Treibstoffen und Heizöl verarbeitet. Jeder Tropfen Erdöl, der nicht zu Kunststoff verarbeitet wird, wird daher zur Erzeugung von Benzin oder Diesel verwendet und geht somit direkt in die Verbrennung. Es wird nichts für eine spätere Nutzung gespart. Der Verzicht auf Kunststoffe würde die Erdölreserven also nicht schonen.

Will man Erdöl einsparen, muss man bei den großen Anwendungsgebieten, also den Treibstoffen und Brennstoffen, ansetzen. Gerade hier leisten aber Kunststoffe einen wertvollen Beitrag: Als Wärmedämmung auf den Häusern sparen sie Heizkosten, als leichte Auto- oder Flugzeugbauteile sparen sie Treibstoff und als viel leichtere Verpackungen (verglichen mit Glas) sparen sie Transportkosten.

Kunststoffe

Stimmt es, dass jährlich nur 1 % der erzeugten Menge an Styropor rezykliert wird?

In Österreich gibt es ein sehr gut funktionierendes Sammel- und Verwertungssystem für EPS (Styropor)-Verpackungen. Das gesammelte Styropor ist ein begehrter Rohstoff und wird vor allem in der Baustoffindustrie eingesetzt.

Bei der Verbrennung von Styropor-Abfällen (die DeponieVO  untersagt die Ablagerung von Abfällen mit mehr als 5 % Anteil an organischen Kohlenstoff) wird der Heizwert des Materials genutzt.

EPS aus der Wärmedämmung von Gebäuden wird wahrscheinlich erst in einigen Jahrzehnten in größeren Mengen anfallen. Baustellenabfälle werden jetzt schon rezykliert.

Kunststoffe

Stimmt es, dass 80 % des Kunststoffmülls über die Flüsse in die Ozeane gelangen?

Tatsache ist, dass Kunstoffe ins Meer gelangen und dort als Treibgut auffindbar sind. Die in jüngster Zeit in den Medien kolportierte Aussage, dass 80 % des Kunststoffes ins Meer gelangen, dürfte eine Fehlinterpretation einer UNO-Studie sein. Laut einer UNO-Expertengruppe stammen 80 % des Kunststoffabfalls in den Weltmeeren vom Festland.

Die „Vermüllung“ des Meeres ist allerdings eine Herausforderung. Es geht dabei aber nicht bloß um Kunststoffe. Der leichte Kunststoff macht das Problem sichtbar, weil er obenauf schwimmt. Schwere Materialien (Glas, Metalle, etc.) sinken zum Meeresboden.

In Österreich oder von Österreich ausgehend besteht ein solches "Littering"-Problem nicht. Hier wurden effiziente Sammel- und Verwertungssysteme aufgebaut. Dieses Problem kann nicht durch Substitution von Materialien gelöst werden. Dann werden eben andere Materialien weggeworfen, denn Verpackung erfüllt viele wichtige Funktionen, weshalb auf sie kaum verzichtet werden wird. Hier ist Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung notwendig, damit die Menschen ihren Müll fachgerecht entsorgen.

Lacke, Anstrichmittel und Druckfarben

Lassen sich Flecken eines silberhältigen Warzenmittels von der Haut meines Pferdes entfernen?

Bei der Anwendung von Silbernitrat zur Behandlung von Gewebswucherungen bleiben dunkle Flecken zurück, die sich aus schwer löslichen Silbersalzen, hauptsächlich Silbersulfid zusammensetzen. Dieses Silbersulfid ist in Wasser so gut wie nicht löslich und chemisch einigermaßen beständig, jedenfalls beständiger als biologisches Material wie Haut oder Haare. Es ist uns kein Mittel bekannt, mit dem Sie derartige Flecken von den Beinen Ihres Pferdes entfernen können. Lediglich natürliche Regenerationsvorgänge von Haut und Haaren werden diese Flecken zum Verschwinden bringen.

Kunststoffe

Warum sind so viele Sportartikel aus Kunststoff?

Sportler ohne Kunststoffsportprodukte befinden sich gegenüber Sportlern mit solchen klar im Nachteil. Grund dafür sind die vielen Vorteile dieses vielseitigen Werkstoffes. Kunststoffe sind leicht, gut formbar, äußerst strapazierfähig und haben eine lange Lebensdauer.

Herausragende Eigenschaften haben faserverstärkte Kunststoffe. Diese Materialkombination ist extrem leicht und hält ganz besonders hohe mechanische Belastungen aus. Faserverstärkte Kunststoffe kommen daher auch im Spitzensport zum Einsatz. So werden etwa Hochleistungsprothesen für Behindertensportler aus diesem innovativen Werkstoff hergestellt. Sie ermöglichen dem Sportler Laufleistungen fast wie mit gesunden Beinen. Aber auch im Schi-, Rad- und Golfsport sowie in der Formel 1 hat dieser Verbundstoff längst Einzug gehalten.

Die hohe Belastbarkeit und das geringe Gewicht faserverstärkter Kunststoffe macht man sich auch in der Auto- und Flugzeugproduktion immer mehr zu Nutze. So wird beispielsweise das neueste Flugzeug von Airbus, das bis zu 850 Passagieren Platz bietet, zu 20 Prozent aus diesem Werkstoff bestehen.

Kunststoffe

Verschwendet die Kunststoffproduktion Erdöl?

Viele Verpackungen, Spielwaren und Gebrauchsgegenstände des Alltags werden aus Kunststoff hergestellt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Kunststoff ist leicht, äußerst strapazierfähig, hat eine lange Lebensdauer und lässt sich wiederverwerten.

Kunststoff wird aus Erdöl hergestellt. 4% des jährlichen Erdölverbrauches werden als Rohstoff für die Herstellung von Kunststoffen verwendet. Beinahe 90% der jährlichen Fördermenge von 3,5 Milliarden Tonnen werden einfach verbrannt – als Treibstoff in Fahrzeugen, Flugzeugen, in Kraftwerken, Industrieanlagen und privaten Heizanlagen.

Im Gegensatz zur direkten Energiegewinnung liefert Erdöl in Kunststoffen einen längerfristigen Gebrauchsnutzen, der bei Bauprodukten wie Kunststoffrohren oder Fenstern bis zu einigen Jahrzehnten reicht. Durch ihren Einsatz z. B. im Auto- und Flugzeugbau oder als Wärmedämmung helfen Kunststoffprodukte auch Erdöl zu sparen. Leichtere Fahrzeuge benötigen weniger Treibstoff, und gute Wärmedämmung senkt den Bedarf an Heizenergie von Gebäuden um 50%.

Kunststoffprodukte können in der Regel recycelt werden. Sollte dies nicht mehr möglich sein, kann durch die Verbrennung ausgedienter Kunststoffprodukte das darin verarbeitete Erdöl letztendlich doch zur Energiegewinnung eingesetzt werden.

Kunststoffe

Wozu Rohrleitungen aus Kunststoff?

Weltweit geht jeder vierte Liter Trinkwasser durch undichte Leitungen verloren, 60 % bis 70 % aller Abwässer versickern ungeklärt im Erdreich.

Lange Schönwetterperioden im Sommer lassen selbst in Österreich mancherorts Befürchtungen über Engpässe in der Wasserversorgung aufkommen. Zu den wichtigsten kommunalen Aufgaben zählt daher der nachhaltige Umgang mit dem hochwertigen Grundnahrungsmittel Wasser.

Um die Verluste des "weißen Goldes" möglichst niedrig zu halten, investieren Österreichs Gemeinden in den nächsten zehn Jahren 1,5 Milliarden Euro in den Ausbau und die Erhaltung des Rohrnetzes. Rohre für den Einsatz im öffentlichen Siedlungswasserbau müssen selbstverständlich besonders hohen Anforderungen gerecht werden, da sie über mehrere Jahrzehnte - bis zu 80 Jahre - im Einsatz sind.

Kunststoffrohre sind nicht nur unkompliziert in der Verlegung und kostengünstig. Dank der Vielfalt und Vielseitigkeit von Kunststoffrohren lassen sich Rohrleitungen aus Kunststoff den verschiedensten Anforderungen individuell anpassen mit positiven Auswirkungen auf Lebensdauer, Wartung und Reparatur. Diese maßgeschneiderte Qualität bietet besondere Sicherheit durch absolute Dichtheit im Gebrauch.

Mehr über das Thema Kunststoff erfahren Sie unter http://kunststoffe.fcio.at

Kunststoffe

Werden gesammelte Kunststoffverpackungen tatsächlich recycelt?

Sammlung und Recycling von Kunststoffverpackungen werden in Österreich durch die Verpackungsverordnung gesetzlich vorgeschrieben. Alljährlich werden in unserem Land fast 100.000 Tonnen Kunststoffverpackungen gesammelt und der Wiederverwertung zugeführt. Mindestens die Hälfte aller gesammelten Kunststoffe muss, so verlangt es diese Verordnung, stofflich“ - also zu Kunststoffprodukten - wiederverwertet werden. Der Rest wird zur Energieerzeugung herangezogen. Ausgenommen von der Mülltrennung sind sehr kleine Becher mit einem Füllvolumen unter 100 ml oder Säckchen und Folien, kleiner als eine A4-Seite.

Die Österreichische Kunststoff Kreislauf-AG (ÖKK-AG) ist die verantwortliche Verwertungsgesellschaft für Kunststoffe. Sie ist verpflichtet, dem Umweltministerium jährlich genaue Aufzeichnungen über die gesammelte Menge und die Art der Verwertung zu übergeben. Kann die Verwertung der Kunststoffe nicht eindeutig nachgewiesen werden, kann das Ministerium der ÖKK-AG die Lizenz entziehen. Damit das nicht passiert, werden alle Verwertungsbetriebe, die für die ÖKK-AG arbeiten, von unabhängigen Fachleuten im Auftrag der ÖKK-AG regelmäßig überprüft.