Gesundheit

Produktgruppen

Chemikalien

Wozu sind im Speiseeis Aromastoffe?

Vielen Lebensmitteln, die aus Früchten bestehen, wie z. B. Eis, Tee oder Joghurt, werden Aromastoffe zugefügt, um den Fruchtgeschmack zu verstärken. Würden diese Produkte z. B. nur aus getrockneten Früchten bestehen, hätten sie für unser Empfinden zu wenig Geschmack. Gerade beim Trocknungsvorgang verlieren Früchte nämlich das meiste Aroma.

Das strenge Lebensmittelgesetz erlaubt keine Zusätze, die die Gesundheit beeinträchtigen könnten. Fruchtaromen sind in den zugesetzten Konzentrationen völlig unbedenklich. Hohe Konzentrationen führen bereits lange bevor gesundheitsschädliche Wirkungen auftreten zur Ungenießbarkeit des Produkts.

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Chemikalien

Lösen Lebensmittelzusätze Allergien aus?

Grundsätzlich kann beinahe jeder Stoff, ob in der Natur vorhanden oder synthetisch hergestellt, beim Menschen Allergien auslösen. Unverträglichkeitsreaktionen, verursacht durch Lebensmittelzusatzstoffe, sind aber ausgesprochen selten. Nach wissenschaftlichen Studien reagiert im Durchschnitt nur eine Person von 10.000 überempfindlich auf Zusatzstoffe. Viel häufiger reagieren Menschen empfindlich gegenüber natürlichen Lebensmittelinhaltsstoffen. Meistens sind dies Eiweißstoffe, wie z. B. das Gluten des Weizens.

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Lebensmittel- und Futtermittelzusatzstoffe

Kann Aspartam schwere Krankheiten auslösen?

Zu Aspartam gibt es umfassende wissenschaftliche Risikobewertungen, aufgrund derer es in der Europäischen Union zugelassen ist. Es darf als unbedenklich gelten.

Bereits seit einige Jahren kursieren im Internet Kettenbrief-artige Gerüchte, die vor den Gesundheitsrisiken durch den Süßstoff Aspartam warnen (siehe zum Beispiel „www.das-gibts-doch-nicht.de“). Meist unter dem Titel „Die bittere Wahrheit über das süße Aspartam“ wird behauptet, dass dieser Süßstoff im Körper zu giftigen Substanzen abgebaut wird. Ferner wird unterstellt, Aspartam könne Multiple Sklerose auslösen.

Die Technische Universität Berlin stuft diese Nachricht als sog. Hoax („Scherz“) ein. Hoaxes sind meist plausibel erscheinende Mitteilungen, die sich erst bei sehr genauer Betrachtung als Unfug heraus stellen. Hoaxes sind eine besondere Art der unerwünschten Nachrichten („Spam“) im Internet und als Spam in manchen Ländern der Erde unter Strafe gestellt. Mit der Weiterleitung an Bekannte solle man daher vorsichtig sein, insbesondere wenn man Massensendungen durchführt, wozu die Urheber des Hoaxes die Empfänger immer auffordern.

Wissenschaftlich fundierte Antworten auf alle Fragen zu Aspartam finden Sie beim Europäischen Informationszentrum für Lebensmittel unter dem Stichwort „Aspartam“

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Wasch-, Putz- und Körperpflegemittel

Machen die Nanoteilchen mein Sonnenschutzmittel zur Gesundheitsgefahr?

Nein, Sonnenschutzmittel beugen Sonnenbrand vor und helfen daher eine allfällige Gesundheitsgefahr zu vermeiden. Der Einsatz von Nanoteilchen ist dabei eine technologische Entwicklung, die die Gebrauchstauglichkeit der Sonnencreme stark verbessert hat.

Nanopigmente werden aus natürlich vorkommenden Mineralien hergestellt. Sie sind kleiner als 100 Nanometer – also eine Million Mal kleiner als ein Sandkorn. Diese winzigen Substanzen haben spezielle Eigenschaften, die auch für Kosmetika genutzt werden können.

Alle führenden Hersteller von Sonnenschutzmitteln setzen seit langem nanoskalige Pigmente in Sonnenschutzprodukten ein. Die Nanopigmente aus Titandioxid reflektieren die UV-Strahlen besonders wirksam und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor Sonnenbrand, vor Hautkrebs und vorzeitiger Hautalterung. Die Hautverträglichkeit von Sonnenschutzmitteln mit Titandioxid ist sehr gut. Diese sind gerade für empfindliche Kinderhaut ideal geeignet.

Titandioxid ist wegen seines häufigen Einsatzes in Pflegeprodukten (Sonnenschutz, Zahnpasten uvm) besonders gut untersucht und wird bereits seit den 1980er-Jahren als Inhaltsstoff in der Nanoform in Sonnenschutzmitteln verwendet. Unabhängige Wissenschaftler und Gesundheitsbehörden wie das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung haben wiederholt bestätigt, dass nanoskaliges Titandioxid gesundheitlich unbedenklich ist. Zahlreiche Studien belegen auch, dass Titandioxid nicht durch die Haut in den menschlichen Körper eindringen kann. Ebenfalls ist das Nanopigment keine Gefahr für die Umwelt: Titandioxid ist nachweislich nicht giftig für Lebewesen in Gewässern.

Konsumenten können der Inhaltsstoff-Liste auf der Verpackung entnehmen, ob ein Produkt Titandioxid enthält. Ab 2013 wird die generelle Kennzeichnung von Nanopartikeln in Kosmetika vorgeschrieben sein. Diese Veränderung führt zu noch mehr Transparenz und Wahlfreiheit beim Einkauf.

Chemikalien

Haben wir alle schädliche Chemikalien im Blut?

Die Medien berichten, dass eine Umweltorganisation die Blutproben von Familien auf synthetische Stoffe testen lässt. Es ist davon auszugehen, dass bei diesen Untersuchungen – wie schon bei ähnlichen Aktionen in der Vergangenheit – verschiedene, aus menschlicher Aktivität herrührende chemische Stoffe in extrem geringen Mengen im Blut der Testpersonen gefunden werden. Allerdings sind die zu erwartenden Ergebnisse weder in Hinblick auf die Gesundheit besorgniserregend noch umweltpolitisch in irgendeiner Weise brisant. Sie zeigen in erster Linie lediglich, wozu chemische Analytik heute in der Lage ist.

Biomonitoring, so wird in Fachkreisen die Überprüfung des menschlichen Organismus auf schädliche Einflüsse genannt,  ermöglicht aufgrund des enormen Fortschritts in der analytischen Messtechnik den Nachweis von Stoffen in Blut, Urin, Zellgewebe oder der Muttermilch in so geringen Mengen, dass unser Vorstellungsvermögen schlicht überfordert ist. Mit wenig Aufwand gelingt heute die Bestimmung eines Tropfens eines bestimmten Stoffes in 100.000 Litern einer Flüssigkeit. Letzteres Volumen entspricht etwa dem Fassungsvermögen eines Eisenbahnkesselwagens. Die chemische Analytik ist heute derart weit entwickelt, dass man einen Würfel Zucker in einem Volumen, das dem Bodensee entspricht, auflösen muss, um an die Nachweisgrenze zu stoßen. Die bloße „Anwesenheit“ einer Substanz im Blut sagt jedoch zunächst nichts über ihre Auswirkung auf die Gesundheit aus. Und noch wichtiger: nicht jede feststellbare Veränderung ist gleichzusetzen mit einem Gesundheitsrisiko oder gar mit Krankheit. Um ein Risiko solide bewerten zu können, sind weitere Fakten (z.B. Dosis-Wirkungs-Beziehung) einzubeziehen. Es ist daher nur ein kleiner Teil der Wahrheit, dass der analytische Nachweis bestimmter Stoffe im Blut gelingt.  Aus medizinischer Sicht besteht kein Anlass, sich Sorgen zu machen. Die bisher gefundenen Stoffmengen waren so gering, dass sie auch langfristig nach heutigem Kenntnisstand keine Auswirkung auf die Gesundheit haben.

Oft wird auch die große Zahl der am Markt befindlichen Stoffe ins Spiel gebracht. Mit 30.000 tatsächlich in Verkehr gesetzten Chemikalien, wobei dzt. in etwa 100.000 Chemikalien marktfähig wären, wird eine Unüberschaubarkeit der Situation unterstellt. Vergleicht man dies jedoch mit der Zahl der bisher aufgefundenen, unterscheidbaren chemischen Strukturen, die dzt. laut Chemical Abstracts Services (CAS) bei etwa 26 Millionen liegt, relativiert sich das Verhältnis, denn schon in der Natur selbst kommt eine unüberschaubare Zahl an Stoffen vor. Über deren gesundheitliche Auswirkungen ist das Wissen extrem gering, nur wenn sich Auffälligkeiten zeigen (z.B. Radon aus dem Boden, Arsen im Trinkwasser) wird überhaupt geforscht.

Angesichts dieser Fülle kann es dann passieren, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Vergleicht man aber schlicht die tatsächlich nachgewiesene medizinisch belegbare Bedeutung von Chemikalien in der Umwelt mit anderen gesundheitlich relevanten Faktoren, kommt man zu einem eindeutigen Ergebnis. Wenn man das Risiko in diesem Zusammenhang als eine statistische Verkürzung von Lebenserwartung misst, so kommt unbeabsichtigte Chemikalienbelastung mit deutlich weniger als 1 % verursachtem Verlust an Lebenserwartung als zu vernachlässigende Größe vor. Demgegenüber steht übrigens ein Gewinn an Lebenserwartung durch Produkte mit chemischer Natur (hauptsächlich Arzneimittel) von etwa 35%. Die Hauptverluste an Lebenserwartung werden verursacht durch übermäßige Ernährung, die mit Bewegungsmangel einher geht, das Rauchen von Tabak, der regelmäßige (übermäßige) Genuss von Alkohol und Infektionskrankeiten.

Chemikalien

Machen Chemikalien die Muttermilch für Säuglinge ungenießbar?

Muttermilch ist die beste, die praktischste und die preiswerteste Nahrung für ein Neugeborenes. Darüber gibt es keine Diskussion. Muttermilch ist aber auch ein Bioindikator für die Hintergrundbelastung mit chemischen Stoffen aus der Umwelt und aufgrund der individuellen Lebensumstände der Mutter. Dass Fremdstoffe generell in der Muttermilch unerwünscht sind, weil sie beim Stillen an das Baby weitergegeben werden, darüber gibt es kaum unterschiedliche Ansichten. Aber wie die gefundenen Konzentrationen gesundheitlich zu bewerten sind und welchen Trend in der Umwelt sie widerspiegeln, dazu gehen die Meinungen weit auseinander.

Die Hintergrundgehalte vieler chemischer Stoffe sind rückläufig. Sie stellen, nach allem was wir heute wissen, für den Säugling kein erkennbares gesundheitliches Risiko dar. Muttermilch frei von chemischen Stoffen kann und wird es nicht geben, weil alle Produkte, die Luft, der Boden und die Nahrung von menschlicher Aktivität herrührende chemische Stoffe enthalten. Die Muttermilchanalysen in Deutschland zeigen, dass die Trends für viele Stoffe seit etwa 20 Jahren stark rückläufig sind. Sehr positiv verläuft z.B. die „Fieberkurve“ bei Dioxinen (PCDD/PCDF), die nie als Chemikalien synthetisiert wurden und nur unbeabsichtigt vor allem bei Verbrennungsvorgängen und anderen thermischen Prozessen entstehen. Ihr mittlerer Gehalt ist seit Beginn der Messungen 1985 um fast zwei Drittel gesunken. Mit durchschnittlich 10 - 13 Nanogramm ist die Konzentration zudem so extrem niedrig, dass der Nachweis an die Grenzen des Machbaren stößt.

Aber auch andere Bedrohungsszenarien werden erwähnt: Dazu gehören z.B. die polybromierten Diphenylether (PBDE), welche als Flammschutzmittel in der Elektronik zum Einsatz gekommen und mittlerweile beschränkt worden sind. Die Belastungen durch diese haben aber bereits 1997 ihren Höhepunkt erreicht. Seitdem sinken die PBDE-Gehalte in der Muttermilch kontinuierlich ab. Im Jahr 2002 hat das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gemeinsam mit dem deutschen Umweltbundesamt den Nachweis bromierter Flammschutzmittel in der Muttermilch bewertet. Die Mengen, die der Säugling aufnimmt, liegen um das Zehntausendfache unter jenen Konzentrationen, die im Tierversuch noch keine gesundheitsschädigende Wirkung auslösen.

Chemikalien

Wo sind die derzeit gültigen Grenzwerte für chemische Arbeitsstoffe zu finden?

In der Grenzwerteverordnung aufgrund des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes finden sich die Grenzwerte für Arbeitsstoffe in der Luft der Arbeitsumgebung (daher manchmal als Luftgrenzwerte bezeichnet). Es werden maximale Arbeitsplatzkonzentrationen (MAK-Werte) und technische Richtkonzentrationen (TRK-Werte; für krebserzeugende Arbeitsstoffe) unterschieden.

Die Grenzwerte-Verordnung ersetzt die sogenannte MAK-Werte-Liste 1993.

Die Grenzwerteverordnung kann im Rechtsinformationssystem der österreichischen Bundesregierung in konsolidierter Fassung oder in Form der betreffenden Bundesgesetzblätter abgerufen werden.

Biotechnologie

Was produziert die Biotechnologie-Industrie?

Biotechnologie sind alle technologischen Verfahren, bestimmte Mikroorganismen bzw. Zellen pflanzlicher oder tierischer Organismen für industrielle Produktionsprozesse nutzbar zu machen. Diese Zellen werden in großen Mengen vermehrt, um daraus Stoffwechselprodukte zu gewinnen. Dabei handelt es sich z. B. um Arzneistoffe, wie Penicillin und andere Antibiotika, oder Lebensmittelzusatzstoffe wie Vitamine oder Enzyme. Auch die Entwicklung und die Herstellung von Impfstoffen in großen Mengen ist nunmehr möglich. Die bekannteste Entwicklung aus Österreich ist der Impfstoff gegen die von Zecken übertragene FSME.

Mit der Gentechnik als einem Instrument der Biotechnologie haben sich neue Möglichkeiten ergeben: So ist es nun machbar, natürliche Substanzen, die sich zur Krankheitsbehandlung eignen, in ausreichenden Mengen und in höchster Qualität herzustellen. Viele dieser Präparate, u. a. Insulin, konnten früher nur aus Tieren gewonnen werden und waren nicht immer verträglich für den Menschen.

Die biotechnologische Forschung schreitet rasant voran. Ein österreichisches Beispiel aus der jüngsten Zeit ist die Produktion von menschlichem Knorpelgewebe. Dazu werden einige wenige gesunde Zellen entnommen, im Labor vermehrt und danach wird das schadhafte Gewebe beim Patienten ersetzt. Auf biotechnologischer Basis werden derzeit in Österreich Arzneimittel zur Behandlung von Allergien und bestimmten Krebsarten beim Menschen entwickelt.

Rückfragen an: Dr. Franz Latzko
Telefon: 05 90 900 - 3367
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Pharmazeutika

Aktive oder passive Impfung?

Impfungen gehören zu den bedeutendsten Errungenschaften der Medizin. Die Impfstoffe der pharmazeutischen Industrie schützen wirkungsvoll vor Infektionskrankheiten, an denen man früher noch schwer und oft lebensbedrohlich erkrankte.

Das Prinzip der Impfung beruht auf der Beobachtung, dass durchgemachte Infektionskrankheiten einen natürlichen Schutz hinterlassen können. Unser Abwehrsystem hat sich die Krankheitserreger gemerkt und kann sie bekämpfen. Diese Erkenntnis machte sich die Pharmaindustrie zu Nutze und entwickelte daraus Impfstoffe, die eine Schutzreaktion im Körper auslösen. Bei der aktiven Impfung werden die Krankheitserreger so abgeschwächt, dass sie zwar nicht schaden, aber zur Bildung von Abwehrstoffen anregen. Das braucht einige Zeit, aktive Impfungen wirken daher meist nicht sofort.

Bei einer passiven Impfung werden die gegen die jeweilige Erkrankung notwendigen Abwehrstoffe zugeführt und die Erkrankung kann so vermieden werden. Die passive Impfung wirkt aber meist nur wenige Wochen.

Noch stehen nicht gegen alle Erkrankungen Impfstoffe zur Verfügung, z.B. Hepatitis C oder Borreliose. Österreichs Pharmaindustrie arbeitet daher laufend an der Entwicklung neuer hochwirksamer Impfstoffe.

Rückfragen an: Dr. Corinna Martin
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Pharmazeutika

Biotech-Medikamente - wozu?

Moderne Medikamente werden heute fast ausschließlich auf Basis biotechnologischer Verfahren entwickelt und produziert. Vor allem durch die Gentechnik als Instrument der Biotechnologie ist es nun möglich, natürliche Substanzen, die sich zur Krankheitsbehandlung eignen, in ausreichenden Mengen und höchster Qualität herzustellen. Viele dieser Präparate, u.a. Insulin zur Behandlung von Zuckerkrankheiten, konnten früher nur von Tieren gewonnen werden und waren für viele Patienten nicht verträglich.

Österreichs pharmazeutische Industrie erzeugt eine Reihe hochwirksamer biotechnologisch hergestellter Arzneimittel. So ist kürzlich ein neuartiger Blutgerinnungsfaktor VIII in Produktion gegangen, der die Behandlung der Hämophilie - einer lebensbedrohlichen Blutgerinnungsstörung - entscheidend verbessert. Viele Antibiotika und Impfstoffe entstehen ebenfalls mit Hilfe biotechnologischer Verfahren. Österreichische Pharma-Unternehmen forschen mit enormem Aufwand - immerhin kostet die gesamte Entwicklung eines neuen Arzneimittels bis zu 800 Millionen Euro. Derzeit werden in unserem Land Arzneimittel gegen Allergien, Impfstoffe gegen Hepatitis, Infektions- sowie Krebskrankheiten entwickelt.

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Pharmazeutika

Wie helfen monoklonale Antikörper bei der Behandlung von Krebs?

Antikörper sind Eiweißmoleküle, die körperfremde Strukturen als sogenannte Antigene erkennen und sich an ihnen festheften. Sie sind ein wichtiges Instrument des Immunabwehrsystems. Finden sie einen bestimmten körperfremden Stoff, beispielsweise auf der Oberfläche von Bakterien, ist dies ein Alarmsignal. Abwehrzellen werden aktiviert und weitere Mechanismen ausgelöst, die unerwünschte Eindringlinge unschädlich machen. Diese Zellen sind hochspezialisiert. Eine fast unbeschränkte Vielfalt ermöglicht die Erkennung praktisch jeder stofflichen Struktur. Diese Leistung ist nur möglich, weil sich das Immunsystem bei der Antikörperbildung aus einer Art Baukasten bedient.

Für die Entwicklung des Verfahrens zur Herstellung monoklonaler Antikörper wurde Georges Köhler und Cesar Milstein 1984 der Nobelpreis für Medizin verliehen. Mit ihrer Methode können heute im Reagenzglas Antikörper in beliebigen Mengen gegen jede beliebige stoffliche Struktur hergestellt werden. Die Technik erlaubt daher den Einsatz in der Diagnostik und als Arzneimittel; dazu müssen Antikörper hohen Anforderungen an Qualität und Sicherheit genügen.

Antikörper für das Erkennen von Krankeiten (Diagnostik)

Die Erkennungsgenauigkeit von Antikörpern ermöglicht es, einzelne Substanzen oder Zelltypen aus Körperflüssigkeiten heraus zu fischen und und anzureichern. Dies macht das Auffinden von Krankheitserregern in Blut erst möglich, da sich darin viele sehr ähnliche Eiweißmoleküle befinden und die Erreger oft nur in geringsten Mengen vorhanden sind.

Antikörper zur Bekämpfung von Krebs

Der Antikörper zum Beispiel in der Brustkrebstherapie dient dazu, ein Wachstumssignal für Krebszellen zu stoppen: Er erkennt dessen besondere Bindungsstellen auf den Tumorzellen, koppelt sich an und blockiert so deren Wachstum. Gesunde Zellen tragen das Merkmal nur in geringem Umfang und werden kaum geschädigt. Der Antikörper ergänzt übliche Behandlungsverfahren. Auf Krebszellen tumorspezifische Merkmale zu finden, die nicht auch auf gesunden Zellen vorkommen, benötigt viel Geduld der Forscher und hohe Investitionen. Krebsspezialisten müssen bei der Entwicklung von therapeutischen Antikörpern auch auf einem schmalen Grat zwischen der Wirksamkeit gegen Tumore und der Auslösung einer gefährlichen Autoimmunerkrankung bei behandelten Patienten balancieren. Die Suche nach solchen Antigenen schreitet jedoch ständig voran.

Pharmazeutika

Gibt es Fortschritte bei der Entwicklung von Schmerzmedikamenten?

Weltweit leiden 10 bis 20 % der Bevölkerung unter schweren, dauerhaften Schmerzen. Schmerz ist eine eigene Sinnesqualität mit psychischer Komponente. Persönlichkeitsstruktur und Gefühlslage bestimmen die subjektive Empfindung von Schmerz mit. Akuter Schmerz warnt vor Bedrohung des Organismus.

Schmerzen begleiten oft Erkrankungen oder Verletzungen, werden aber inzwischen selbst als Krankheit verstanden. Der Schmerz besteht dabei über Monate und das Grundleiden ist entweder schwer bzw. nicht therapierbar oder eine Ursache für den Schmerz nicht auffindbar. Von chronischem Schmerz spricht man dann, wenn die Beschwerden länger als sechs Monate anhalten. Wiederholt auftretende Schmerzen führen dabei zu intensiverem und längerem Schmerzempfinden, da dabei die Schmerzschwelle herabgesetzt wird. Deshalb ist eine frühzeitige und ausreichende Schmerzbekämpfung mit Medikamenten wichtig.

Das Ergebnis neuester Entwicklungen sind Arzneimittel, die nicht auf das zentrale Nervensystem wirken und von denen weniger Nebenwirkungen erwartet werden. Die neuen Schmerzmittel wirken direkt dort, wo der Schmerz auftritt, an den Schmerzrezeptoren außerhalb des zentralen Nervensystems. Die neuen Schmerzmittel könnten besonders für Menschen, die an schweren, chronischen Schmerzen leiden - wie z.B. Krebspatienten - sowie bei Arthritis und Arthrose Erleichterung bringen.

Pharmazeutika

Wie werden Arzneimittel entwickelt?

Die Entwicklung eines einzigen neuen Arzneimittels dauert etwa 10 bis 13 Jahre und kostet heute rund 300 bis 800 Millionen Euro. Von rund 10.000 gefundenen Substanzen gelangt im Schnitt nur eine einzige als marktreifes Medikament zum Patienten.

Man unterscheidet bei der Entwicklung von neuen Arzneimitteln verschiedene Phasen: Zu Beginn des Forschungsprozesses werden Substanzen auf ihre allgemeine Eignung als Arzneimittel überprüft. Computerunterstützt werden von den Forschern so genannte Substanz-Bibliotheken durchsucht. Gibt es den gewünschten Stoff noch nicht, wird er im Labor neu hergestellt. Danach werden die Stoffe präklinisch weiterentwickelt. Nur wenige Stoffe überstehen diese strenge Auswahl.

Erst dann - nach rund drei bis fünf Jahren - werden die wenigen Substanzen, die noch in Frage kommen, klinischen Prüfungen unterzogen. Dabei wird die gefundene Sustanz zuerst an freiwilligen, gesunden Menschen und in weiterer Folge an freiwilligen, kranken Patienten nach strengsten Maßstäben auf ihre Wirksamkeit untersucht. Sind diese Tests erfolgreich - also zeigt der Stoff die gewünschte Wirkung und ist verträglich für den Patienten - wird das Arzneimittel in der letzten Phase der klinischen Prüfung an tausenden Menschen erprobt.

Aus all diesem Datenmaterial wird das Zulassungsdokument erstellt, das bei den Zulassungsbehörden eingereicht wird. Erst wenn das strenge Registrierungsverfahren der Behörde erfolgreich absolviert wurde, darf das neue Arzneimittel auf den Markt gebracht werden.

Entwicklung innovativer Medikamente

Moderne, innovative Medikamente werden heute nahezu ausschließlich auf Basis biotechnologischer Verfahren entwickelt und hergestellt. Vor allem durch die Gentechnik als einem Instrument der Biotechnologie haben sich neue Möglichkeiten ergeben. So ist es nun machbar, natürliche Substanzen, die sich zur Krankheitsbehandlung eignen, in ausreichenden Mengen und in höchster Qualität herzustellen. Viele dieser Präparate, u. a. Insulin, konnten früher nur aus Tieren gewonnen werden und waren nicht immer verträglich für den Menschen.

Auch österreichische Unternehmen produzieren eine Reihe an hochwirksamen biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln. Als erfolgreiche Beispiele sind die Entwicklung des Blutgerinnungsfaktors VIII, der die Behandlung der Hämophilie - einer lebensbedrohlichen Blutgerinnungsstörung - entscheidend verbessert sowie ein erfolgreiches Krebstherapeutikum zu nennen. Darüber hinaus werden eine Vielzahl an Antibiotika und Impfstoffen biotechnologisch hergestellt.

Die biotechnologische Forschung und Entwicklung schreitet aber weiter zügig voran. Derzeit werden in Österreich Arzneimittel gegen Gräser- und Birkenallergien, ein Hepatitis-C-Impfstoff, ein Impfstoff gegen Borreliose sowie Krebsmedikamente und -impfstoffe entwickelt.

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Kunststoffe

Brauchen Materialien für den Einsatz im Kontakt mit Lebensmitteln eine spezielle Zulassung?

Es gibt kein spezielles Zulassungsverfahren für Materialien im Kontakt mit Lebensmitteln. Es gibt aber die bereits erwähnten Anforderungen der EU-Verordnung 1935/2004, die alle Materialien und ihre Bestandteile erfüllen müssen, wenn sie für den Kontakt mit Lebensmitteln verwendet werden sollen. Die Hersteller tragen hierfür die Verantwortung. Außerdem gibt es noch weitere spezifische Regeln in der Bedarfsgegenstände-Verordnung, die für bestimmte Stoffe relevant sind, z.B. eine Positivliste für die Ausgangsstoffe (Monomere) und eine Substanzliste für die Hilfsstoffe (Additive), die zur Herstellung von Kunststoffen verwendet werden dürfen. Für Monomere und Additive können Anträge zur Aufnahme in die entsprechenden Listen gestellt werden. Vor ihrer Aufnahme in diese Listen müssen die Stoffe auf ihre möglichen Übergänge auf Lebensmittel und ihre toxikologischen Eigenschaften geprüft werden. Als ein Ergebnis der Prüfung werden Grenzwerte für den Übergang der Stoffe auf Lebensmittel oder ihren Gehalt in den Materialien festgelegt.

Damit liegen für Stoffe, die in den Listen enthalten sind, toxikologische Daten vor, was eine Bewertung des gesundheitlichen Risikos im Falle eines Übergangs auf Lebensmittel deutlich erleichtert. Die Listen beschränken sich allerdings auf Kunststoffe und Zellglas. Bei Zellglas handelt es sich um eine besser unter dem Markennamen Cellophan bekannte transparente Verpackungsfolie aus regenerierter Zellulose, die zum Beispiel für Süßwaren, Käse oder Wurst verwendet wird.

Pharmazeutika

Urlaubsreise und Impfschutz

Bei der Vorbereitung einer Urlaubsreise sollte die sorgfältige Zusammenstellung der Reiseapotheke und die Überprüfung des Impfpasses nicht fehlen. Je nach Land, Aufenthaltsdauer und individuellem Reisestil sind eine Reihe an Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um Ansteckungen zu vermeiden. Ausreichender Impfschutz ist nicht nur bei Fernreisen unbedingt notwendig, auch in traditionellen Urlaubsländern rund ums Mittelmeer, aber selbst im Inland, besteht Infektionsgefahr.

Durch die zunehmende weltweite Reisetätigkeit „urlauben“ nicht nur Erholungssuchende, auch die Krankheitserreger selbst „verreisen“ - wie etwa der Hepatitis-A-Virus, der in unseren Breiten vor allem zur Hauptreisezeit immer häufiger auftritt.Durch die seit Jahrzehnten durchgeführten Massenimpfungen in Schulen und Gesundheitsämtern konnten früher allgegenwärtige Erkrankungen wie Diphterie oder Kinderlähmung fast zum Verschwinden gebracht werden. Die Folge davon ist eine Art Impfmüdigkeit. Durch die zunehmende Reisemöglichkeit sind viele dieser Erkrankungen wieder aktuell, notwendige Schutzimpfungen daher unbedingt anzuraten.

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Pharmazeutika

Wie funktioniert eine Schutzimpfung?

Die Entwicklung der Impfungen beruht auf der Beobachtung, dass Personen, die eine Infektionskrankheit durchgemacht haben, bei einem neuerlichen Kontakt mit demselben Krankheitserreger nicht mehr erkranken. Die durchgemachte Erkrankung hat im Körper eine Erinnerung hinterlassen. In ähnlicher Weise löst die Impfung mit einem Erreger eine Schutzreaktion im Körper aus.

Aktive versus passive Immunisierung

Bei der aktiven Immunisierung muss der Körper eine aktive Leistung zu Stande bringen. Er muss mit Substanzen „kämpfen“, die in ursprünglicher Form krank machend sind. Diese Substanzen werden für die Impfung so abgeschwächt, dass sie zwar nicht schaden, aber zur Bildung zielgerichteter Abwehrstoffe - so genannter Antikörper - anregen. Um ausreichend Antikörper bilden zu können, braucht es einige Zeit, aktive Impfungen wirken daher meist nicht sofort. Bei manchen Krankheitserregern braucht es mitunter mehrere Teilimpfungen, bis ein ausreichender Schutz erreicht ist. Damit das Gelernte nicht vergessen wird, müssen in weiterer Folge immer wieder Auffrischungsimpfungen durchgeführt werden.

Bei einer passiven Impfung werden die gegen die jeweilige Erkrankung notwendigen Abwehrstoffe zugeführt. Diese Stoffe neutralisieren die Krankheitserreger und die Erkrankung kann damit vermieden werden. Allerdings hat die passive Immunisierung zwei Schwächen: Sie wirkt nur ganz kurz, meist nur wenige Wochen, und bei vielen Erkrankungen existieren einfach keine Präparate mit Abwehrstoffen bzw. ist deren Wirkung nicht ausreichend.

Bei manchen Krankheitserregern kann man die beiden angeführten Methoden - also aktive und passive Immunisierung - gleichzeitig einsetzen, wie z. B. bei der Zeckenimpfung nach einem Zeckenbiss oder bei der Tetanusimpfung nach einer Verletzung.

Auffrischungsimpfung vergessen - was nun?

Um den vollen Impfschutz zu erhalten, sind bei vielen Impfungen Auffrischungsimpfungen vorgesehen. So sollten beispielsweise bei der Zeckenschutzimpfung zwischen der zweiten und der dritten Impfung 9 - 12 Monate liegen. Das maximale Intervall kann allerdings bei bis zu acht Jahren liegen, ohne dass man mit der Grundimmunisierung wieder von vorne - also mit der ersten Impfung - beginnen muss.

Leider bedeutet das aber nicht, dass innerhalb dieses Zeitraumes der volle Impfschutz aufrecht ist. Es bedeutet lediglich, dass unser Organismus sich „gemerkt“ hat, auf die Krankheitserreger mit der Bildung von Antikörpern zu reagieren. Sind auch die maximalen Intervalle überschritten, so empfiehlt es sich, mit der Grundimmunsierung von vorne zu beginnen. Hat man seine Impfkarte verloren, kann sich aber an mehrere Impfungen erinnern, so ist es im Einzelfall sinnvoll, durch eine Blutabnahme die bestehende Immunität abzuklären.

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Pharmazeutika

Wie kann ich testen, ob ich auf Antibiotika allergisch reagiere?

Beinahe jeder Stoff, ob in der Natur vorhanden oder synthetisch hergestellt, kann beim Menschen Allergien auslösen, so auch Antibiotika bzw. deren Inhaltsstoffe. Allergische Reaktionen sind vielfältig und reichen von der rinnenden Nase bis zu Kreislaufbeschwerden oder Atemnot und sollten immer ernst genommen werden.

Um eine mögliche Allergie gegen Antibiotika auszuschließen, kann man an einer Allergieambulanz Blut- und Hauttests durchführen lassen. Die Bluttests geben generell Auskunft darüber, ob eine Allergiebereitschaft gegen verschiedenste Allergieauslöser besteht. Bestimmt wird dabei die Konzentration von Antikörpern im Blut, die gegen Allergieauslöser gerichtet sind.

Um ein differenziertes Bild über die momentane Allergiebereitschaft gegen die einzelnen Substanzen oder Stoffe zu gewinnen, werden mittels eines sehr sensiblen Hauttests, dem so genannten Prick-Test, die vermuteten Allergieauslöser auf die Haut aufgebracht und die Hautreaktion beobachtet.

Die Behandlungen von Allergien sind vielfältig. Häufig werden gezielte Hyposensibilisierungstherapien vorgeschlagen. Dabei wird die Allergie auslösende Substanz in steigender Dosierung unter die Haut gespritzt, um dadurch die Empfindlichkeit gegen die Substanz herabzusetzen. Diese Behandlung dauert zumeist mehrere Jahre. Auf alle Fälle sollte man versuchen, den Allergie auslösenden Stoff zu meiden. Von einer diagnostizierten Antibiotikaallergie sollte unbedingt der Arzt informiert werden.

Lacke, Anstrichmittel und Druckfarben

Gibt es Lacke mit weniger aggressiven Substanzen?

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten von Anstrichmitteln: solche auf Wasserbasis und solche auf Lösemittelbasis. Lacke auf Lösemittelbasis sind feuergefährlich und können beim Einatmen zu Benommenheit oder bei längerem Hautkontakt zu Reizerscheinungen auf der Haut führen. Ein genaues Einhalten der Sicherheitsvorschriften auf der Verpackung ist daher im eigenen Interesse unbedingt geboten.

Lacke auf Wasserbasis enthalten, wie der Name sagt, hauptsächlich Wasser als Lösemittel. Trotzdem ist auch hier ein Mindestmaß an Vorsicht und Hygiene geboten. Ein Verschlucken kann zu Störungen des Wohlbefindens führen, und Allergieerscheinungen können bei sensiblen Personen nie mit Sicherheit ausgeschlossen werden.

Alle Anstrichstoffe müssen umweltgerecht entsorgt, das heißt, an der Problemstoffsammelstelle abgegeben werden. Lacke dürfen keinesfalls in die Kanalisation, ins Erdreich oder in Gewässer gelangen.

Sollten in Anstrichmitteln gefährliche Substanzen in einer solchen Menge enthalten sein, dass sie dem Anwender schaden könnten, z. B. wenn sie leicht brennbar sind oder ein Risiko für die Gesundheit darstellen, sind diese Gefahren auf dem Etikett genannt und durch ein Gefahrensymbol kenntlich gemacht.

Lacke, Anstrichmittel und Druckfarben

Reizen Lackdämpfe Augen und Nase?

Gerötete Augen und Reizungen der Nasenschleimhäute wegen Lackdämpfen gehören der Vergangenheit an. Solche mit hohen organischen Lösemitteln versehene Lacke dürfen gemäß der Lösungsmittelverordnung an private Verwender nicht mehr abgegeben werden. Die heute für private Anwender angebotenen Lacke sind in der Regel für die Verdünnung mit Wasser geeignet und enthalten wenig gefährliche Alkohole, die an der Luft verdunsten. Nach der Verwendung von Lacken ist eine gute Belüftung des Raumes notwendig, die für rasche Trocknung sorgt und die Geruchsbelästigung schnell reduziert.

Bei jeder Anwendung von Lacken ist die Gebrauchsanweisung strikt einzuhalten, dann sind diese für den Konsumenten völlig ungefährlich.

Kunststoffe

Ist eine zerkratzte Teflonpfanne gefährlich?

Teflon ist ein Hochleistungskunststoff und bis zu einer Temperatur von 260°C beständig. Bei ca. 340°C beginnt Teflon zu schmelzen, und ab 360°C entstehen gasförmige Spaltprodukte. Diese Temperaturen werden beim normalen Gebrauch einer Pfanne nicht erreicht. Herkömmliche Speiseöle beginnen je nach Type schon bei 160-200°C zu rauchen. Selbst für Speisen, die bei sehr hohen Temperaturen zubereitet werden, wie z. B. Steaks, beträgt die Pfannentemperatur maximal 200°C. Eine Gesundheitsgefahr durch Zersetzungsprodukte, die beim Erhitzen von Teflon entstehen, geht bei normaler Verwendung also weder von zerkratzten noch von intakten Pfannen aus.

Vergisst man allerdings eine beschichte Pfanne einmal auf der Herdplatte oder auf dem Kochfeld, so ist eine Überhitzung möglich, und dann können auch schädliche Zersetzungsprodukte von der Teflonbeschichtung abgegeben werden. Eine akute Gesundheitsgefahr für Menschen ist aber auch in diesem Fall nicht gegeben, es sollte aber gründlich gelüftet werden.

Durch falsche Behandlung wie durch Scheuern oder Schaben kann es passieren, dass die Beschichtung zerkratzt wird. An den beschädigten Stellen ist dann die Antihaftwirkung nicht mehr gegeben, und stark zerkratzte Pfannen zeigen irgendwann keine Antihaftwirkung mehr.

Kunststoffe

Können Rückstände von Kunststoffverpackungen in Lebensmittel gelangen?

Joghurt, Milch, Fleisch, Teigwaren und vieles mehr findet man heute meist in Kunststoff verpackt in den Regalen der Lebensmittelgeschäfte. Grund dafür sind die vielen praktischen Eigenschaften von Kunststoffen, wie z. B. das geringe Gewicht, die geringe Bruchgefahr und der optimale Schutz der verpackten Güter.

Kunststoffverpackungen für den Lebensmittelbereich unterliegen dem sehr strengen österreichischen Lebensmittelgesetz und benötigen für ihren Einsatz eine gesetzliche Zulassung. In der Kunststoffverordnung legen strenge EU-Verordnungen und das österreichische Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz (LMSVG) genau fest, welche Kunststoffmaterialien und Zusatzstoffe (z. B. Farbstoffe) für Lebensmittelverpackungen eingesetzt werden dürfen, und enthält strenge Grenzwerte für das Auswandern (Fachausdruck: Migration) von Stoffen aus Verpackungen in Lebensmittel.

Das Migrationsverhalten wird im Zuge der Zulassungsprüfungen genau untersucht. Dabei werden in den Verpackungen verschiedene Stoffe, wie z. B. Wasser, verdünnte Essigsäure, Olivenöl, gelagert und zwar je nach zukünftiger Anwendung der Verpackung, bei verschiedenen Temperaturen und für verschieden lange Zeiträume. Die Gesamtmenge an Stoffen, die höchstens aus einer Kunststoffverpackung auswandern darf, ist äußerst gering und für Menschen unbedenklich.