Chemie im Alltag

Produktgruppen

Kautschukwaren

Können Backformen aus Silikon schädliche Substanzen freisetzen?

Silikone (oftmals auch Silicone geschrieben) sind Verbindungen, denen ein alternierend aus Silizium- und Sauerstoff-Atomen aufgebautes dreidimensionales Gerüst zugrundeliegt. Bestimmte Silikonsorten haben gummiartige (elastomere) Eigenschaften. Im Gegensatz zum Kautschuk (Gummi) kann aus Silikon jedoch auch vergleichsweise temperaturbeständiges Material hergestellt werden. Daher können daraus auch Backformen hergestellt werden, die sich nach dem Backen leicht vom Kuchen lösen lassen und die zudem wiederverwendet werden können. Um für den Einsatz als Backform geeignet zu sein, muss das Ausgangsmaterial hohe Reinheit und Beständigkeit aufweisen. Da heißt, es darf auch bei oftmaligem Einsatz nicht anfangen, sich langsam zu zersetzen. Die Hersteller haben diese Eignung anhand von laufenden Materialprüfungen sicherzustellen.

Wie bei vielen Produkten des Alltags auch (etwa Papier) werden zur Herstellung der Silikone Chemikalien verwendet, die gefährliche Eigenschaften aufweisen. Die fertige Backform darf diese Chemikalien freilich nicht mehr in gesundheitlich relevanten Mengen (sogenannter Restmonomergehalt) enthalten. Die Backformen werden zu diesem Zweck vor dem Verkauf entsprechend gereinigt und ausgeheizt (getempert).

Die Agentur für Ernährungssicherheit kontrolliert die Einhaltung dieser Vorgaben, die ihre gesetzliche Grundlage im Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz haben. Durch neue Vorgaben der EU bezüglich Rückverfolgbarkeit wurde ein zusätzlicher Sicherungsmechanismus eingebaut.

Im Unterschied zum Englischen wird im Deutschen zwischen Silikon (engl. silicone) und Silicium (engl. silicon) auch sprachlich deutlich unterschieden. Silicium ist ein Halbmetall, das als solches in der Halbleiterindustrie zur Herstellung von Computerchips Verwendung findet. Mitunter ist dieser sehr feine Unterschied aber Grund für missverständliche Übersetzungen.

Klebstoffe

Was mache ich, wenn ich Superkleber auf die Haut bekomme?

Sollte die Haut mit einem Superkleber in Berührung kommen, empfiehlt es sich, diesen sofort mit Wasser und Seife abzuwaschen und gut nachzuspülen. Auf keinen Fall sollte der Klebstoff gewaltsam von der Haut entfernt werden. Die natürliche Rückfettung der Haut löst nach einiger Zeit den Klebstoff von selbst. Wenn es zu Reizungen der Haut kommt, sollte man den Arzt konsultieren und auf jeden Fall die Gebrauchsanweisung aus der Klebstoff-Verpackung bzw. die Verpackung mitnehmen, damit der Arzt die Zusammensetzung des Produktes kennt und die notwendigen Maßnahmen treffen kann. Bei Augenkontakt sollten die Augen sofort mit viel Wasser ausgespült und der Arzt konsultiert werden.

Superkleber verbinden am schnellsten und auch am besten zwei Teile miteinander, und zwar nahezu jedes beliebige Material und damit leider auch die menschliche Haut. Damit Superkleber in Sekunden abbinden können, bestehen sie aus sehr reaktiven, kleinen organischen Molekülen. Die Aushärtung des Klebers erfolgt durch die Luftfeuchtigkeit. Eine genaue Beachtung der Gebrauchsanweisung ist beim Einsatz von Klebstoffen unbedingt zu empfehlen.

Kautschukwaren

Wieviel Kautschuk steckt in einem Auto?

Kunststoffe, Kautschuk, Lacke, Klebstoffe sowie eine Vielzahl an weiteren chemischen Stoffen finden sich in einem modernen Auto. In Bewegung kommt ein herkömmliches Auto durch die älteste von Menschen erzeugte chemische Reaktion – die Verbrennung.

Damit das Auto rollt

Die Berührungszone des Autos auf der Straße beträgt nur wenige Quadratzentimeter. Das Material der Reifen muss also für eine gute Haftung auf der Straße sorgen. Hauptsubstanz der Autoreifen ist Gummi. Autoreifen sind komplizierter aufgebaut als es auf den ersten Blick scheint: Mehrere Kautschuksorten werden mit Russ und verschiedenen Chemikalien in großen Mischanlagen zu Gummi verarbeitet. Gemeinsam mit Textilien, Stahlcorden als Festigkeitsträger und mehreren Vorfertigungskomponenten werden daraus in den Vulkanisationspressen die fertigen Autoreifen geformt.

Ohne Chemie geht gar nichts

Das breite Spektrum des Einsatzes von Chemie im Auto ist noch lange nicht erschöpfend behandelt. Motoröle, andere Schmiermittel und Bremsflüssigkeit sind ebenfalls chemische Produkte. Ebenso sind Klimaanlagen mit Chemie befüllt. Und last but not least: Petrochemische Erzeugnisse, also Benzin oder Dieseltreibstoff, sorgen dafür, dass unsere Automobile erst in Gang kommen.

Aber auch Straßenbeläge sind Produkte der chemischen Industrie, genauso wie Straßenmarkierungen, die nicht nur der Orientierung, sondern vor allem der Verkehrssicherheit dienen.

Klebstoffe

Wieviel Klebstoffe stecken in einem Auto?

Kunststoffe, Kautschuk, Lacke, Klebstoffe sowie eine Vielzahl an weiteren chemischen Stoffen finden sich in einem modernen Auto. In Bewegung kommt ein herkömmliches Auto durch die älteste von Menschen erzeugte chemische Reaktion – die Verbrennung.

Geklebt hält besser

In der Automobilindustrie ist Kleben zu einer Schlüsseltechnologie geworden, die andere Fügetechnologien mehr und mehr ersetzt. Ein Auto enthält heute rund 15-18 Kilogramm Klebstoff. Klebstoffe halten die Karosserie eines Autos auch bei hohen Geschwindigkeiten und unebenen Straßen sicher zusammen. Geklebte Autos schneiden im Crashtest allgemein besser ab als geschweißte, daher werden sowohl Motor- als auch Karosserieteile geklebt. Moderne Klebstoffsysteme sind somit zu einem Sicherheitsfaktor in der Automobilindustrie geworden.

Ein Klebstoff verbindet, ohne die Fügeteile zu beeinträchtigen. Anders beim Schweißen: Durch die Erwärmung werden die spezifischen Eigenschaften des Werkstoffes verändert. Beim Nieten oder Schrauben werden Löcher gebohrt, die die Fügeteile verletzen und damit schwächen.

Auch direkt eingeklebte Front- und Heckscheiben erhöhen die Steifigkeit von Karosserien und erlauben die Konstruktion von Fahrzeugen, die mit niedrigen CW-Werten zu einer erheblichen Energieeinsparung beitragen.

Selbst Motoren sind bei 5.000 Umdrehungen mit Klebstoff verlässlich verbunden. Da in Motoren extreme Temperaturen entstehen, wurden speziell wärmehärtende Klebstoffe entwickelt, womit z. B. Laufbuchsen in Dieselmotoren geklebt werden.

Zur Befestigung von Innenverkleidungen an Autotüren benötigt man Klebstoffe, die unter Druck abbinden. Die Werkstücke können so in rationeller Arbeitsweise erst mit dem Klebstoff beschichtet und später zusammengefügt werden. Beim Pressen wird der Haftklebstoff fest und verbindet Kunststoff sicher mit Metall. Dies spart Zeit und Geld bei der Montage. Die Anwendung von 2-Komponenten-Klebstoffen erlaubt die Klebung von Bodenplatten aus Faserverbundstoff auf Aluminiumkarosserien. Dadurch werden gegenüber herkömmlichen Fügeverfahren 10 % Gewicht eingespart.

Ohne Chemie geht gar nichts

Das breite Spektrum des Einsatzes von Chemie im Auto ist noch lange nicht erschöpfend behandelt. Motoröle, andere Schmiermittel und Bremsflüssigkeit sind ebenfalls chemische Produkte. Ebenso sind Klimaanlagen mit Chemie befüllt. Und last but not least: Petrochemische Erzeugnisse, also Benzin oder Dieseltreibstoff, sorgen dafür, dass unsere Automobile erst in Gang kommen.

Aber auch Straßenbeläge sind Produkte der chemischen Industrie, genauso wie Straßenmarkierungen, die nicht nur der Orientierung, sondern vor allem der Verkehrssicherheit dienen.

Chemischer Büro- und Schulbedarf

Sind Tintenkiller giftig?

Die Löschflüssigkeit eines Tintenlöschstiftes (Tintenkiller) enthält laut Herstellerangaben Wasser, Reduktionsmittel und Soda. Als sogenanntes Reduktionsmittel wird oftmals Natriumsulfit oder dessen bezüglich der Reduktionskraft etwas schwächere Abkömmling Natriumdithionit herangezogen.

Natriumsulfit besitzt als Reinstoff die Eigenschaft „gesundheitsschädlich“, gemäß dem EU-Chemikalienrecht. Dieser Stoff wird aber traditionell auch als Lebensmittelzusatzstoff, vor allem zu Konservierungszwecken (E 221, siehe E-Nummern-Liste des BLL) eingesetzt.

Selbstverständlich hat seinerzeit der zuständige wissenschaftliche Ausschuss bei einer Risikobewertung von Natriumsulfit als Lebensmittelzusatzstoff die chemikalienrechtlichen Einstufung als gesundheitsschädlich mit in Betracht gezogen. Bei einer derartigen Risikobewertung werden neben dem Gefährdungsmerkmal auch die Mengen in Betracht gezogen, die auf den Benutzer, in diesem Fall hauptsächlich Kinder und Jugendliche, wirken können. Dabei sind konservierte Nahrungsmittel (z.B. getrocknete Früchte) als Sulfitquelle sicherlich bedeutender als ein Tintenlöschstift. (Zum Vorgang der Risikobewertung siehe auch „Wie sicher sind Höchstwerte?“)

Die königsblaue Schreibtinte wird mit Hilfe von Farbstoffen hergestellt, deren chemisches Grundgerüst Triphenylmethan ist. Der daraus abgeleitete wasserlösliche Farbstoff lässt sich mit Hilfe eines sogenannten Reduktionsmittels in einen farblosen Zustand überführen. Auch ist die getrocknete Tinte nicht wasserfest, wodurch sie mit einem feuchten Tintenlöschstift leicht zum Verschwinden gebracht werden kann. Die Inhaltsstoffe sowohl der Tinte als auch des Löschstifts sind derart zusammengestellt, dass deren Benutzung kein Risiko darstellt. Selbst ein versehentliches Verschlucken der Tinte oder ein Befeuchten des Löschstiftes mit den Lippen wird für den Benutzer keine schädlichen Folgen haben. Da Tinte und Löschstifte jedoch keine Nahrungs- oder Genussmittel, sondern bestimmungsgemäß Schreibuntensilien sind, wird vor der absichtlichen Einnahme (Trinken bzw. Lutschen) natürlich abgeraten.

Chemikalien

Darf man destilliertes Wasser trinken?

Generationen von Schülern und Studenten wurde bei Sicherheitseinweisungen im Chemielabor der Hinweis gegeben: "Vom destillierten Wasser zu trinken ist verboten!" Schwere Koliken oder gar ein qualvoller Tod würden die Folge sein.

Tatsächlich kann man Zellen lebender Organismen durch Einbringen in destilliertes Wasser zum Platzen bringen. Schuld daran ist der gewaltige Unterschied des osmotischen Druckes (in der Zelle sehr hoch, im Testwasser null). Das Ganze bringt man aber wohl nur unter Laborbedingungen zustande. Nur selten lässt sich das als natürliches Phänomen beobachten, z.B. wenn reife Früchte starken Regenfällen ausgesetzt sind.

Der menschliche Körper besitzt hingegen einen Mechanismus, um Wasser mit zu geringem Elektrolytgehalt für die Verdauung aufzubereiten. Er behandelt es mit Magensäure bis pH-Wert und osmotischer Druck im grünen Bereich liegen. Dadurch bleibt der Genuss von destilliertem Wasser für den Menschen unmittelbar folgenlos.

Chemikalien

Was sind Treibhausgase?

Treibhausgase besitzen die Eigenschaft, von der Erdoberfläche reflektiertes Sonnenlicht zu absorbieren und damit die Atmosphäre zu erwärmen. Dieser Treibhauseffekt ist zunächst Voraussetzung für jedes Leben auf der Erde, da ohne ihn die Durchschnittstemperatur der Erde ca. 33 °C unter den derzeitigen Werten liegen würde.

Für den "natürlichen" Treibhauseffekt der Erde sind in erster Linie Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O)verantwortlich. Es wird befürchtet, dass steigende Emissionen dieser Treibhausgase durch menschliche Aktivitäten sowie die zusätzliche Emission "künstlicher" Treibhausgase (insbesondere teil- und vollfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKW und FKW) sowie Schwefelhexafluorid (SF6) zu einer globalen Erwärmung und weiteren unerwünschten Veränderungen des Klimas führen.

Treibhausgase werden insbesondere bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe (Heizung, Stromerzeugung, KFZ-Verkehr, Produktionsprozesse), bei der Abfallbehandlung sowie durch landwirtschaftliche Aktivitäten emittiert.

Die verschiedenen Treibhausgase sind unterschiedlich wirksam. So verursachen beispielsweise HFKW oder FKW in gleicher Menge eine viel stärkere Erwärmung als etwa CO2. Diese unterschiedliche Wirksamkeit wird mit dem global warming potential - GWP beschrieben. Es gibt an, wie viel stärker die erwärmende Wirkung eines bestimmten Treibhausgases im Vergleich mit Kohlendioxid ist. Beispielsweise besitzt Methan ein GWP von 21, Schwefelhexafluorid ein GWP von 23900. Das GWP von Kohlendioxid beträgt definitionsgemäß 1. Die Emissionen von Treibhausgasen können mit Hilfe des GWP in CO2-Äquivalente umgerechnet werden.

Chemikalien

Wie funktioniert chemische Reinigung von Textilien?

Die chemische Reinigung entfernt Schmutz aus den Textilien mittels flüchtigen Lösungsmitteln (z.B. Per, Schwerbenzin, Leichtbenzin). Dabei wird Fett-Schmutz entfernt und feste Schmutzteile werden herausgespült. In Textilreinigungsbetrieben werden Wäschestücke in Abhängigkeit von der Pflegekennzeichnung mit Lösemitteln oder mit wässrigen Reinigungssystem gereinigt. Textilien mit der Pflegekennzeichnung P und F müssen in der Regel mit Tetrachlorethen (PER) gereinigt werden.

Der große Unterschied zur Reinigung in der Waschmaschine ist der fehlende Quellvorgang der Fasern. Dadurch findet keine Formveränderung der Fasern statt und die negative Begleiterscheinung wie z.B. das Einlaufen oder Verfilzen wird vermieden.

Dieses – auch Trockenreinigung genannte Verfahren der Textilreinigung – ist entgegen der Bezeichnung chemisch eigentlich ein physikalischer Prozess, nämlich das Herauslösen von Verschmutzungen mittels Lösemitteln, die seit jeher das zentrale Problem dieser Technik darstellen.

Ursprünglich wurde Terpentinöl, später Benzin aus Erdöl verwendet. Diese waren vor allem wegen Feuergefährlichkeit problematisch. Mit dem Aufkommen der nichtbrennbaren Lösemittel wurde hierzulande die Benzinreinigung durch chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW) verdrängt. Von diesen CKWs ist heute nur noch Perchlorethylen erlaubt und in Verwendung.

In Österreich sieht die CKW-Anlagen-Verordnung jene Auflagen vor, die ein chemischer Reinigungsbetrieb einzuhalten hat. Selbstverständlich benötigen alle Betriebe eine behördliche Genehmigung. 

Chemikalien

Wo kann man chemiebezogene Rechtstexte bekommen?

Chemikalien werden in einer Reihe von Rechtsakten Österreichs und der Europäischen Union sowie in einer Vielzahl von Normen angesprochen. Deren Bedeutung richtet sich wohl auch nach der persönlichen Betroffenheit. So regelt das Chemikalengesetz den Umgang mit ausgesprochenen Chemikalien, das Lebensmittelgesetz eher die Grenzwerte von bestimmten Stoffen die z.B. aus der Verpackung eingetragen werden können. Auch die chemische Beschaffenheit von Spielzeugen unterliegt Regelungen nach dem Lebensmittelgesetz und der dazugehörigen Spielzeugverordnung.

Österreichische Gesetze und Verordnungen

Kostenfrei bietet das Rechtsinformationsystem des Bundeskanzleramtes alle österreichischen Gesetze, soweit elektronisch verfügbar, und viele weitere wichtige Rechtsmaterialien in Form einer Datenbank an.

Sammlungen der Österreichischen Bundesgesetzblätter sind in elektronischer Form unter www.bgbl.at beziehbar.

Europäische Richtlinien und Verordnungen

Offizielle Dokumente der Europäischen Gemeinschaft werden ebenfalls bereits zum guten Teil in elektronischer Form rund um die Uhr verfügbar angeboten.

Die Amtsblätter der Europäischen Gemeinschaft sind bis 21 Tage nach dem jewiligen Erscheinungsdatum kostenfrei abrufbar.

Beratung in Sachen Auffindung von bestimmten Amtsblättern der Europäischen Gemeinschaft erhalten Sie im Enterprise Europe Network in der WKO
Wiedner Hauptstraße 63,
1045 Wien,
Tel. 01/501 05 -4356 oder 4342,
Fax 01/502 06 297,

Österreichische und Europäische Normentexte

Österreichische Normentexte erhalten Sie im

Heinestraße 38,
PF 130, 
1021 Wien,
Tel. 01/213 00-0, 
Fax. 01/213 00 818,

Europäische Normentexte erhalten Sie im Europäischen Komitee für Normung,
Heinestraße 38,
1021 Wien,
Tel. 01/213 00 DW 821, 
Fax. 01/213 00-818,

Kollektivverträge

Der Fachverband stellt den Kollektivvertrag für Arbeiter und für Angestellte der chemischen Industrie über das World-Wide-Web zur Verfügung. Weitere Kollektivverträge erhalten Sie über das Portal der WKO.

Chemikalien

Wo finde ich die österreichischen Hersteller chemischer Produkte?

Der Fachverband der chemischen Industrie Österreichs (FCIO) unterhält eine Datenbank , in der sämtliche industrielle Erzeuger von Chemikalien und chemischen Produkten eingetragen sind. Diese Datenbank ermöglicht es, entweder nach den Produkten selbst mit Hilfe von gängigen Produktbezeichnungen, nach Markennamen oder nach Firmennamen zu suchen. Das System stellt zudem eine kategorisierte Darstellung der Produktbereiche zur Verfügung, wobei zu jeder Kategorie bzw. den jeweiligen Unterkategorien entsprechende Listen von Herstellern abrufbar sind. Als besonderes Service steht das gesamte Mitgliederverzeichnis des Fachverbandes der chemischen Industrie (FCIO) bereit.

Wenn eine Firma gesucht wird, die in Lohnarbeit ein bestimmtes Produkt herstellen soll, hilft die " Liste der Firmen, die Auftragsarbeiten übernehmen " weiter.

Ein weiteres Firmenverzeichnis stellt das Internet-Portal der Wirtschaftskammern wko.at zur Verfügung, das unter dem Menüpunkt "Firmen A-Z" aufgerufen werden kann. Hier ist es möglich, mit geeigneten Suchbegriffen zu suchen oder Firmen nach Branchen auszuwählen. Das "Firmen A-Z" wird hinsichtlich der Produkte von den betreffenden Firmen selbst gewartet und stellt daher keine systematische Information über chemische Produkte zur Verfügung.

Einzelne internationale und nationale Anbieter von chemischen Produkten präsentieren sich und ihre Produktpalette über das österreichische Chemieportal Chemie.at.

Wer in Österreich nicht fündig wird, kann auf internationale Anbieter ausweichen. Der größte Handelspartner Österreichs, Deutschland, kann in Sachen Chemieprodukte mit Hilfe des ChemCompass durchsucht werden.

Chemikalien

Wo kann ich mich um eine Ferialpraktikantenstelle in der chemischen Industrie bewerben?

Unter http://fcio.at finden Sie unter dem Menüpunkt "Produkte und Hersteller" eine Liste aller Firmen (Suche nach Kategorie und Gesamtverzeichnis), die zur chemischen Industrie in Österreich gezählt werden. Bei diesen Firmen kann man sich um eine Ferialpraxissstelle bewerben.

Aufgrund der hohen Sicherheitsstandards und damit verbundenen hohen Anforderungen an die sicherheitstechnische Ausbildung von Mitarbeitern im Labor, die auch für Ferialpraktikanten gilt, sowie in Österreich gültige Beschäftigungsverbote für Jugendliche, wenn bestimmte chemische Stoffe zum Einsatz kommen, müssen Firmen hinsichtlich der Anstellung von Ferialpraktikanten äußerste Vorsicht walten lassen. Manche Firmen nehmen daher Personen unter 18 Jahren nicht für eine Ferialpraxis im Laborumfeld auf.

Unter http://sprungbrett-chemie.at finden Sie unter dem Menuepunkt "Job-Links Chemie" alle Unternehmen der chemischen Industrie, die auf ihren Websites Online-Stellenbewerbungen bzw. auch offene Stellen anbieten sowie teilweise auch Ferialpraxisstellen.

Lebensmittel- und Futtermittelzusatzstoffe

Essig aus Bäumen?

Jährlich werden 18.000 Tonnen Essigsäure in Österreich aus dem Rohstoff Buchenholz extrahiert und in mehreren Prozessschritten zu genußfähiger Essigsäure aufbereitet. Die Essigsäure wird bei der Zellstofferzeugung aus der Kochlauge durch mehrstufige Destillation erzeugt. Die reinen, konzentrierten Destillate sind von besonders guter Qualität. Aufgrund ihrer Reinheit und Geschmacksneutralität kommt sie vor allem im Lebensmittelbereich zum Einsatz: Zum Einlegen von Gemüse – vom Kraut bis zum Essiggurkerl -, aber auch für Heringe, Rollmöpse und in der Senfproduktion. Rund ein Viertel der Gesamtproduktion wird in Österreich abgesetzt – in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie, aber auch im Bereich der chemischen Industrie, wenn besonders reine Essigsäure benötigt wird. Der Rest wird vor allem nach Deutschland, Dänemark, Italien und die Niederlande, aber auch nach Israel geliefert, denn die österreichische Essigsäure ist auch „koscher“.

Technische Gase

Wieviel technische Gase stecken in einem Auto?

Kunststoffe, Kautschuk, Lacke, Klebstoffe sowie eine Vielzahl an weiteren chemischen Stoffen finden sich in einem modernen Auto. In Bewegung kommt ein herkömmliches Auto durch die älteste von Menschen erzeugte chemische Reaktion – die Verbrennung.

Gase für mehr Sicherheit im Auto

Moderne Autos haben heute zumindest einen Airbag - auf der Fahrerseite im Lenkrad - eingebaut. Dieser bläst sich bei einem Zusammenstoß oder anderen Unfällen mit heftiger Stoßwirkung in Sekundenbruchteilen auf. Das geschieht mit einer kontrollierten Gasexplosion.

Herzstück eines Airbags ist der Gasgenerator, der entweder im Lenkrad oder im Armaturenbrett beim Beifahrerairbag eingebaut ist. Melden die Crash-Sensoren dem Generator einen Unfall, dann wird eine Explosion ausgelöst, die meist in drei Stufen abläuft. Zuerst löst ein erhitzter Draht eine hoch empfindliche Primärladung aus. Diese zündet eine zweite Explosion, die so genannte Verstärkerladung. Dadurch entstehen Temperaturen von rund 800 Grad Celsius und ein Druck von 200 Bar. Unter diesen Bedingungen zündet der eigentliche Treibstoff, zumeist so genannte Komposittreibstoffe, die aus einer Mischung aus Kunststoffen und so genannten Oxidatoren bestehen. Innerhalb von wenigen Hundertstel Sekunden reagiert dieser Treibstoff zu rund 60 Litern Gas, das sich zum größten Teil aus Stickstoff, Wasserdampf und Kohlendioxid zusammensetzt. Das entstandene Gas bläst den Airbag auf und wird in kürzester Zeit aus dem Auto abgesaugt..

Der Fahrerairbag hat ein Volumen von 60 bis 75 Litern, der Beifahrerairbag von 100 bis 140 Litern. Im Beifahrerairbag werden zumeist Hybridgasgeneratoren verwendet. Anstelle des Festtreibstoffes ist die benötigte Gasmenge in einem Druckgasbehälter gespeichert. Das komprimierte Gas besteht aus 98 % Argon und 2 % Helium und steht unter einem Druck von ca. 240 bar. Beim Auslösen des Airbags wird eine Membrane, die den Druckbehälter verschließt, durch das Treibmittel geöffnet und das Gas entfaltet den Luftsack. Der Beifahrerairbag löst später als der Fahrerairbag aus, da der Beifahrer einen weiteren Weg mit dem Kopf zum Airbag zurücklegt, bei ihm ist schließlich kein Lenkrad.

Ohne Chemie geht gar nichts

Das breite Spektrum des Einsatzes von Chemie im Auto ist noch lange nicht erschöpfend behandelt. Motoröle, andere Schmiermittel und Bremsflüssigkeit sind ebenfalls chemische Produkte. Ebenso sind Klimaanlagen mit Chemie befüllt. Und last but not least: Petrochemische Erzeugnisse, also Benzin oder Dieseltreibstoff, sorgen dafür, dass unsere Automobile erst in Gang kommen.

Aber auch Straßenbeläge sind Produkte der chemischen Industrie, genauso wie Straßenmarkierungen, die nicht nur der Orientierung, sondern vor allem der Verkehrssicherheit dienen.

Chemikalien

Worin liegt der Unterschied zwischen Risiko und Gefahr?

In der Diskussion über Chemikalien werden die Begriffe „Risiko“ und „Gefahr“ sehr oft gleichbedeutend verwendet. Die Unterscheidung ist jedoch wesentlich und für eine sachlich richtige Debatte über die Sicherheit von chemischen Produkten und die Verfahren zu deren Herstellung entscheidend.

Eine gebräuchliche Definition für Risiko ist das empfundene Ausmaß eines möglichen Schadens. Täglich werden Risiken bewusst oder unbewusst abgeschätzt, ob sie hoch, gering oder vernachlässigbar sind, wie z. B. vor der Entscheidung, eine Straße zu überqueren oder in ein Flugzeug zu steigen. Auch Firmen nehmen durch ihre Aktivitäten Risiken auf sich bzw. sind mit den Produkten, die sie herstellen, mitunter Risiken verbunden.

Risiko = Gefahr x Exposition

Damit in Wirklichkeit ein persönlicher Schaden eintreten kann, also dass tatsächlich ein persönliches Risiko besteht, muss sowohl eine Gefahr und eine entsprechende Exposition gegenüber dieser Gefahr bestehen. Ohne dass beide zur selben Zeit vorhanden sind, kann kein Risiko bestehen.

Risikoforscher bestimmen Risiko durch ein Szenario, dessen Eintrittswahrscheinlichkeit und die Folgen dieses Szenarios. Wichtige Elemente eines Szenarios sind das Vorhandensein einer gefährlichen Eigenschaft und persönliche Betroffenheit.

Ein Gegenstand oder ein chemischer Stoff ist dann gefährlich, wenn er eine schädliche Auswirkung bedingen kann. Beispiele solcher Objekte mit gefährlichen Eigenschaften aus dem täglichen Leben sind unebene Gehwege, vereiste Straßen, brennende Kerzen oder ein Treibstofflager. Für chemische Stoffe wird im EU-weit harmonisierten Chemikalienrecht bereits in fünfzehn verschiedene gefährliche Eigenschaften unterschieden. Die bekanntesten und wichtigsten darunter sind etwa „explosionsgefährlich“, „entzündlich“, „giftig“, „krebserzeugend“.

Betroffenheit bedeutet, dass Menschen dieser Gefährdung ausgesetzt (exponiert) sind. Exposition beschreibt auch das Ausmaß, bis zu dem wahrscheinliche Empfänger bzw. Betroffene der Gefährdung ausgesetzt sind.

Risiko und Gefährdung bei Chemikalien

Damit also ein Risiko besteht, muss gleichzeitig ein chemischer Stoff mit einer gefährlichen Eigenschaft und eine Exposition gegenüber diesem chemischen Stoff vorhanden sein. Aber auch wenn ein chemischer Stoff gefährliche Eigenschaften besitzt, ist das Risiko für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt ausgesprochen niedrig, wenn die Chemikalie unter kontrollierten Bedingungen sicher gehandhabt werden kann. In diesem Fall tritt Exposition erst gar nicht auf, ein Risiko besteht nicht.

Zum Beispiel kann ein Feuer oder eine Explosion in einer Industrieanlage Schaden an dieser selbst, an nahe gelegenen Gebäuden sowie an Fahrzeugen anrichten. Menschen werden nicht verletzt, wenn diese von vorneherein nicht anwesend waren - wie etwa bei vollautomatischem Betrieb - oder sich rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten.

Bei der Exposition gegenüber chemischen Stoffen kann der physikalische Abstand in den meisten Fällen durch sichere Handhabung eingehalten werden. Ist das nicht möglich, d. h. kann die Exposition (und damit das Risiko) nicht auf Null gesetzt werden, so ist die Höhe und Dauer der Exposition für das tatsächliche Risiko ausschlaggebend. Ein Beispiel dafür wäre etwa die Lösungsmittelbelastung in einer Lackiererei. Das Risiko hier ist aber beeinflussbar: Denn es macht einen Unterschied, ob beispielsweise Farbe freihändig aufgetragen wird, mit persönlicher Schutzausrüstung oder unter kontrollierten Bedingungen in einer Lackierkabine mit Absaugung.

Risikobewertung in der chemischen Industrie

Die Risikobewertung chemischer Stoffe ist ein elementares Managementwerkzeug in der chemischen Industrie. Um zu bestimmen ob, wie und unter welchen Umständen von chemischen Stoffen ein Schaden verursacht werden könnte, werden Gefährdung und Exposition herangezogen. Im Arbeitnehmerschutz wird etwa typischerweise ein Erkrankungsfall auf hunderttausend Arbeitnehmer bei jener Belastung akzeptiert, die die Einhaltung eines definierten Grenzwertes mit sich bringt. Als Basis werden 8 Stunden pro Arbeitstag bei 35 Arbeitsjahren herangezogen.

Ähnlich ist der Vorgang der Risikobewertung bei Rückständen von chemischen Stoffen, die z. B. als Pflanzenschutzmittel bewusst ausgebracht werden. Hier ist unbestreitbar für den Konsumenten eines landwirtschaftlichen Produktes eine Exposition vorhanden, jedoch das Ausmaß ist entscheidend. Dieses wird ebenfalls durch Grenzwerte beschränkt, die aus bestimmten Kennzahlen abgeleitet werden.

Die einzige verlässliche Grundlage für die Bewertung von Risiken, die von Chemikalien ausgehen, ist fundierte Wissenschaft. Aufgrund eines missverstandenen Vorsorgeprinzips wird tendenziell jedoch oft nur die gefährliche Eigenschaft einer Chemikalie herangezogen und zur Risikobewertung umformuliert. Sinnvolle Risikomanagemententscheidungen müssen sich jedoch auf Risikobewertungen stützen, die die tatsächliche Verwendung und Exposition einbeziehen.

Kunststoffe

Wird aus Babyfläschchen die hormonell wirksame Substanz Bisphenol A freigesetzt?

Bisphenol A (BPA) ist ein Grundstoff (Monomer) für den Kunststoff Polycarbonat. Nach der Polymerisation ist es nur mehr in einer sehr geringen Restmenge (Restmonomergehalt) vorhanden. Diese kann aus Polycarbonat auswandern, die Mengen sind allerdings extrem niedrig.

BPA zeigt sehr schwach östrogenähnliche Wirkungen, allerdings nur bei extrem hohen Dosen, die realistisch im täglichen Leben niemals erreicht werden können.

Die im Alltag in die Nahrung gelangenden Mengen stellen kein Risiko für die Gesundheit dar. Dies wurde von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA wiederholt bestätigt. Die EFSA stützt sich dabei auf nachvollziehbare Studien. Studien, deren Ergebnisse sich nicht bestätigen lassen oder deren zugrunde liegende Methodik nicht dem aktuellen Stand guter wissenschaftlicher Praxis entspricht, werden nicht berücksichtigt.

Übrigens enthalten auch viele Pflanzen so genannte Sterine, die hormonwirksam sind. Es ist auch bekannt, dass z.B. Klee die Fruchtbarkeit von Kühen negativ beeinflussen kann. Endokrine Wirksamkeit ist also auch in der Natur verbreitet. Es kommt freilich nicht auf das bloße Vorhandensein einer hormonwirksamen Substanz an, ein tatsächliches Risiko lässt sich freilich nur im Zusammenhang mit einem Szenario (Aufnahmemenge in den Körper, Metabolisierung etc.) bewerten.

Kunststoffe

Enthalten PET-Flaschen Bisphenol A?

Bisphenol A ist kein Grundbaustein von PET (Polyethylenterephthalat), einem Kunststoff, aus dem handelsübliche Getränkeflaschen hergestellt werden. Aus PET-Flaschen löst sich daher kein Bisphenol A.

Auch wenn die Bezeichnung "Polyethylenterephthalat" (PET) zu der Annahme führen könnte, dass in PET-Flaschen als Weichmacher dienende Phthalate enthalten sind, ist das jedoch auch nicht der Fall.

Kunststoffe

Sind Phthalate als Weichmacher in PVC krebserregend oder fortpflanzungsgefährdend?

Phthalate werden in PVC eingesetzt, um das Material weich und biegsam zu machen, wie es zum Beispiel für Planen für LKW benötigt wird. Hingegen sollen Hart-PVC-Produkte stabil bleiben, sie enthalten daher keine Weichmacher.

Kein Vertreter aus der Stoffgruppe der Phthalate (Phthalsäureester) ist als krebserzeugend eingestuft.

Die am häufigsten verwendeten Phthalate DINP und DIDP haben auch keine hormonähnliche Wirkung. Bei DEHP haben sich bei Studien an Nagetieren bei sehr hohen verabreichten Mengen hormonähnliche Wirkungen gezeigt. Ebenso werden DBP, DIBP und BP als Kategorie 2 reproduktionstoxisch klassifiziert, es gibt also den im Tierversuch erhärteten Verdacht auf fortpflanzungsgefährdende Eigenschaften.

Phthalate werden seit rund 50 Jahren erfolgreich eingesetzt, wobei es bisher keinen verlässlichen Nachweis gibt, dass sie bei bestimmungsgemäßen Gebrauch Gesundheitsprobleme verursacht hätten. Dennoch hat sich die Industrie bemüht, Ersatzprodukte zu finden. Für bestimmte Einsatzzwecke, war dies jedoch bisher nicht möglich. Die geforderten Produkteigenschaften (Dichtfähigkeit bei Deckeldichtungen) können derzeit mit den Substituten nicht erhalten werden. Letztere sind aber zum Schutz des Produktes, meist Lebensmittel, und damit des Konsumenten unbedingt notwendig.

Kunststoffe

Wieviel Kunststoff steckt in einem Auto?

Kunststoffe, Kautschuk, Lacke, Klebstoffe sowie eine Vielzahl an weiteren chemischen Stoffen finden sich in einem modernen Auto. In Bewegung kommt ein herkömmliches Auto durch die älteste chemische Reaktion der Menschheit – die Verbrennung.

Leichter und sicherer durch Kunststoff

Der Kunststoffeinsatz in Autos ist in den letzten 20 Jahren kontinuierlich gestiegen und liegt heute im Durchschnitt bei ca. 100 Kilogramm pro Auto. Kunststoffe sind Werkstoffe nach Maß. Durch Variation von Zusammensetzung, Zusätzen und Synthesebedingungen entwickeln sie ein weites Spektrum von Eigenschaften. Einige hundert Teile des Autos sind aus Kunststoff gefertigt, wie z. B. Stoßstangen, Armaturenbrett, Dichtungsmassen, Abdeckungen der Lichter, Kabelisolierungen, Autositze, Sitzbezüge, Flüssigkeitsbehälter, Dach- und Seitenverkleidungen u. v. m.

Kunststoffe machen Autos leichter, sie bieten Korrosionsfreiheit, sicherheitsfördernde Nachgiebigkeit, eine gute Wärmedämmung, wirken geräuschdämpfend und bieten optimale Raumausnützung. Aufgrund der guten Formbarkeit können z. B. Flüssigkeitsbehälter nach dem vorhandenen Platzangebot angefertigt werden. In der Verarbeitung sind Kunststoffe Metallen überlegen. Auch komplizierte Teile lassen sich mit wenigen Werkzeugen bearbeiten und herstellen.

Einige Kunststoffe sind qualitativ besonders hochwertig. Diese Hochleistungskunststoffe können im Fahrzeugbau im großen Umfang Metalle ersetzen. Herausragende Eigenschaften haben kohlefaserverstärkte Kunststoffe. Diese Materialkombination ist extrem leicht und hält ganz besonders hohe mechanische Belastungen aus. Zum Einsatz kommt dieser Verbundstoff beispielsweise auch in der Formel 1 und im Flugzeugbau.

Im Durchschnitt lässt sich durch den Einsatz von Kunststoffen in modernen Autos ca. 100 bis 200 kg Gewicht pro Auto einsparen. Ist ein Auto leichter, benötigt es für den Betrieb weniger Treibstoff. 100 kg weniger Gewicht bedeutet, dass man für 100 Kilometer mindestens einen halben Liter weniger Treibstoff braucht. Weniger Treibstoff zu verbrauchen heißt auch, dass weniger Abgase ausgestoßen werden und dass Erdöl eingespart werden kann.

Für die Herstellung der Kunststoffe benötigt man zwar auch Erdöl, aber viel weniger als man durch das leichte Gewicht sparen kann. Im Laufe eines durchschnittlichen „Autolebens“ spart man auf alle Fälle ca. 540 Liter Treibstoff. Allein in Österreich liegt die Menge des auf diese Weise nicht verbrauchten Treibstoffes bei mindestens 200 Millionen Litern Treibstoff pro Jahr.

Ohne Chemie geht gar nichts

Das breite Spektrum des Einsatzes von Chemie im Auto ist noch lange nicht erschöpfend behandelt. Motoröle, andere Schmiermittel und Bremsflüssigkeit sind ebenfalls chemische Produkte. Ebenso sind Klimaanlagen mit Chemie befüllt. Und last but not least: Petrochemische Erzeugnisse, also Benzin oder Dieseltreibstoff, sorgen dafür, dass unsere Automobile erst in Gang kommen.

Aber auch Straßenbeläge sind Produkte der chemischen Industrie, genauso wie Straßenmarkierungen, die nicht nur der Orientierung, sondern vor allem der Verkehrssicherheit dienen.

Kunststoffe

Was kostet der Einsatz von Kunststoffrohren den Steuerzahler?

Die Verwendung von Kunststoffrohren entlastet die Gemeindekassen beträchtlich

Zählen doch die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser und die umweltgerechte Entsorgung von Abwässern zu den wesentlichen kommunalen Aufgaben.

Der Bau beziehungsweise die Sanierung der notwendigen Rohrleitungen stellt für die österreichischen Gemeinden eine hohe finanzielle Belastung dar. Beim Einsatz von Kunststoffrohren verringern sich die Kosten im Siedlungswasserbau aufgrund der meist günstigeren Materialpreise und der unkomplizierteren Verlegung erheblich.

Ein Verzicht der österreichischen Gemeinden auf PVC-Kanalrohre würde dem Steuerzahler beispielsweise jährlich 62,5 Millionen Euro oder 860 Milliionen Schilling kosten. 62,5 Millionen Euro, die bei der Verwendung der bewährten Kunststoffrohre für andere kommunale Aufgaben zur Verfügung stehen und letztlich nicht von den Bürgern über Wasser- und Abwassergebühren aufgebracht werden müssen.

Mehr über das Thema Kunststoff erfahren Sie unter kunststoffe.fcio.at.

Rückfragen an: Dr. Johann Pummer
Telefon: 05 90 900 - 3372
E-mail: pummer@fcio.wko.at

Lacke, Anstrichmittel und Druckfarben

Wieviele Lacke stecken in einem Auto?

Kunststoffe, Kautschuk, Lacke, Klebstoffe sowie eine Vielzahl an weiteren chemischen Stoffen finden sich in einem modernen Auto. In Bewegung kommt ein herkömmliches Auto durch die älteste von Menschen erzeugte chemische Reaktion – die Verbrennung.

Lacke – für eine lange Haltbarkeit

Obwohl bereits viele Autoteile aus Kunststoffen oder Verbundstoffen bestehen, ist der überwiegende Teil der Karosserie eines Autos nach wie vor aus Metallen. Großer Nachteil von Metallen ist ihre Korrosionsanfälligkeit. Optimalen Oberflächenschutz und natürlich auch ästhetisches Farbdesign gewinnt man durch die Lackierung des Fahrzeuges. Moderne Autolacke müssen witterungsstabil, kratzfest und chemikalienresistent sein. Die Autos können länger genutzt und damit Geldbeutel und Ressourcen geschützt werden.

In der Autoserienlackierung werden die gewünschten Eigenschaften durch einen funktionalen Schichtaufbau erzielt, bei dem die einzelnen Schichten unterschiedliche Aufgaben übernehmen, wie Korrosionsschutz und Steinschlagschutz. Lackiert wird selbstverständlich das ganze Auto, egal ob die Teile aus Metall oder Kunststoff bestehen. Insgesamt befinden sich durchschnittlich 5 bis 8 Kilogramm Lack auf einem Fahrzeug.

Wird der schützende Überzug verletzt, muss man dem Rost mit speziellen Chemikalien - Rostentferner oder Rostumwandler - rasch zu Leibe rücken. Anschließend wird neuerlich Lack aufgetragen. Dazu stehen spezielle Autoreparaturlacke zur Verfügung.

Ohne Chemie geht gar nichts

Das breite Spektrum des Einsatzes von Chemie im Auto ist noch lange nicht erschöpfend behandelt. Motoröle, andere Schmiermittel und Bremsflüssigkeit sind ebenfalls chemische Produkte. Ebenso sind Klimaanlagen mit Chemie befüllt. Und last but not least: Petrochemische Erzeugnisse, also Benzin oder Dieseltreibstoff, sorgen dafür, dass unsere Automobile erst in Gang kommen.

Aber auch Straßenbeläge sind Produkte der chemischen Industrie, genauso wie Straßenmarkierungen, die nicht nur der Orientierung, sondern vor allem der Verkehrssicherheit dienen.

Lacke, Anstrichmittel und Druckfarben

Wie gut halten Wasserlacke?

Auf Wasser basierende Lacke und Beschichtungen haben den Ruf, dass sie anfälliger für Verwitterung und weniger resistent gegen schädigende Umwelteinflüsse sind als lösungsmittelhaltige Anstriche.

Dies ist nicht richtig. Tatsache ist, dass sogar auf vielen Gebieten der industriellen Lackierung für höchste Ansprüche und Anforderungen, wie z. B. bei der Autolackierung, auf Wasser basierende Beschichtungen seit Jahrzehnten mit Erfolg eingesetzt werden.

Heute stehen für die meisten Bereiche Lacksysteme zur Verfügung, die in ihrer Schutzwirkung herkömmlichen Produkten auf Lösungsmittelbasis ebenbürtig sind. So haben sich z. B. aufgrund ihrer ausgezeichneten Abriebfestigkeit Parkettlacke auf Basis wässriger Polyurethan-Dispersionen besonders bewährt. Und wegen der hohen Elastizität sind für Holzfenster Beschichtungen mit wässrigen Acryl-Dispersionen sehr gut geeignet.

Bei allen wasserverdünnbaren Anstrichmitteln ist auf die Untergrundvorbehandlung zu achten. Holz muss fein geschliffen werden, um ein zu starkes Aufrauen durch das Wasser zu verhindern, und auf rostigem Eisen kann das beste Produkt keinen widerstandsfähigen Anstrich bieten. Es empfiehlt sich, immer die Gebrauchsanweisung zu beachten.

Lacke, Anstrichmittel und Druckfarben

Wie sicher sind Gefahrguttransporte?

Praktisch täglich werden Gefahrgüter wie Benzin, Flüssiggas, Lacke, Reinigungsmittel oder bestimmte Rohstoffe für die Industrie transportiert. Rund 80 % der Gefahrguttransporte sind Mineralöltransporte, damit die Versorgung mit Treibstoff und Heizöl flächendeckend und durchgehend gewährleistet ist.

Gefahrguttransporte sind keineswegs automatisch auch gefährliche Transporte. Sie unterliegen strengen Sicherheitsbestimmungen, die laufend international an den technischen Fortschritt angepasst werden. Besonders die Verpackungen müssen z. B. Temperaturschwankungen oder einen Fall aus bis zu 1,80 Meter Höhe unbeschädigt überstehen und bleiben daher selbst bei Unfällen auf der Straße zumeist intakt. Grundsätzlich dürfen die Transporte nur von speziell geprüften Lenkern, die sich regelmäßig Nachschulungen unterziehen müssen, durchgeführt werden.

Erkennbar sind Gefahrguttransporte durch eine 40 x 30 Zentimeter große, orange Warntafel, bei Tanktransporten mit einer international gültigen Ziffernkombination (ggf. ergänzt um einen Buchstaben), die die gefährlichen Eigenschaften, z. B. entzündbar oder ätzend, und den Stoff, der transportiert wird, angibt. So wissen Einsatzkräfte im Falle eines Unfalles, welche mögliche Gefährdung vom geladenen Produkt ausgehen kann.

Rückfragen an: Dr. Christian Gründling
Telefon: 05 90 900 - 3348
E-mail: gruendling@fcio.wko.at

Kunststoffe

Was sind aktive bzw. intelligente Verpackungen?

Schon herkömmliche Verpackungen müssen eine Vielzahl von Anforderungen erfüllen, um dem Anspruch von Konsumenten und Handel gerecht zu werden. Aktive und intelligente Verpackungen können - laut Manfred Tacker vom Österreichischen Forschungsinstitut für Chemie und Technik – darüber hinaus noch mehr:

Aktive Verpackungen sind Verpackungen, die gezielt mit dem Füllgut (zB Lebensmittel) in Wechselwirkung treten und damit die Haltbarkeit und / oder die Qualität des Füllgutes während der Lagerung verbessern. Typische Beispiele sind etwa Bier in Kunststoffflaschen, die einen Sauerstoffabsorber (im Drehverschluss) enthalten. Damit kann die Haltbarkeit von Bier in Kunststoffflaschen von 3 auf 6 Monate verlängert werden.

Ein anderes Beispiel sind Folienverpackungen mit Ethylenabsorbern. Diese holen das von Bananen während der Lagerung gebildete Ethylen (ein Reifungshormon, das zu schneller Reifung führt) aus der Verpackungsatmosphäre heraus und sorgen so dafür, dass Bananen länger haltbar bleiben.

Intelligente Verpackungen sind Verpackungen, die einen Zusatznutzen aufweisen, der über die reine Verpackungsaufgabe hinausgeht. Typische Beispiele sind Verpackungen, die einen Chip (RFID) integriert haben. Diese Verpackungen können etwa berührungslos von einer Station detektiert werden. Damit ist es etwa möglich, dass ein ganzer Einkaufswagen mit einer ganzen Anzahl an Produkten beim Durchfahren automatisch erfasst wird und das mühsame Scannen an der Supermarktkasse entfällt. Dies bringt große Einsparungen (Zeit, Geld) mit sich und kann auch zur Diebstahlsicherung in Supermärkten eingesetzt werden.

Ein anderes Beispiel ist eine Geflügelverpackung, die einen Detektor für Salmonellen enthält. Tritt während der Lagerung eine unerwünschte Vermehrung von Salmonellen im Geflügel auf, verfärbt sich ein in die Verpackung eingearbeiteter Chip (zB von Grün auf Rot) und zeigt damit an, dass das Lebensmittel nicht mehr genießbar ist.

Kunststoffe

Wo bekomme ich einen Kollektivvertrag für die kunststoffverarbeitende Industrie?

Die Kollektivverträge der chemischen Industrie gelten auch für die kunststoffverarbeitende Industrie. Diese sind zu finden unter fcio.at: Kollektivverträge

Kunststoffe

Belastet PVC die Umwelt?

Der Kunststoff PVC ist seit rund 20 Jahren im Kreuzfeuer der Kritik von Umweltschützern, die dem Werkstoff ein schlechtes ökologisches Profil zuschreiben. Seine Vermeidung wird als Umweltvorteil angesehen, ohne dass Vor- und Nachteile dieses Werkstoffes gegeneinander abgewogen werden.

Der Ruf ein Problemstoff zu sein, führte zu umfassenden Überprüfungen der Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit, deren Ergebnisse die Vorwürfe fast immer eindeutig entkräfteten. PVC gilt daher zurecht als der "bestuntersuchte Werkstoff" - allerdings fand die Fülle der Faktoren in den emotional geführten Diskussionen oft keine Beachtung.

Die jahrelange öffentliche Anfeindung von PVC führte aber auch zu einer Vielzahl an technischen und ökologischen Entwicklungen dieses Kunststoffes. Kritisierte Zusatzstoffe wurden durch andere ersetzt, Recyclingsysteme aufgebaut und zusätzliche Maßnahmen zur Ressourcenschonung ergriffen. Betrachtet man PVC unter dem Gesichtspunkt einer nachhaltigen Entwicklung - und damit über die gesamte Nutzungsdauer von der Herstellung bis zur Entsorgung - dann zeigt sich die ökologische Wettbewerbsfähigkeit dieses Kunststoffes gegenüber anderen Werkstoffen und sein überdurchschnittlich gutes ökonomisches Profil. So würde beispielsweise ein Verzicht auf PVC-Rohre im öffentlichen Kanalbau in zehn Jahren Mehrkosten von 625 Millionen Euro verursachen, ohne einen nachweisbaren Umweltvorteil zu erreichen.

Pro 100 Euro, die in die Wärmedämmung eines Hauses investiert werden, können in den folgenden 50 Jahren (so lange bleibt die Wärmedämmung eines Hauses mindestens funktionstüchtig) ca. 1.500 kg an CO2-Emissionen und rund 27.000 Megajoule (MJ) an Primärenergie, also an Erdöl, Kohle oder Erdgas, eingespart werden.

Ein Einfamilienhaus mit 10 PVC-Fenstern auszustatten, spart gegenüber Alternativen etwa 3.000 Euro. Dabei sind Kosten für Anschaffung, Pflegemaßnahmen und Recycling schon berücksichtigt. Mit diesem Geld können etwa 70 m2 Hauswand thermisch isoliert und damit rund 800.000 MJ Primärenergie und 40 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden.

Die Wasserversorgung (Versorgung mit Trinkwasser und Entsorgung des Abwassers) für ein Haus mit PVC-Rohren spart gegenüber Alternativen bis zu 700 Euro. Mit diesem Geld können etwa 15 m2 Hauswand thermisch isoliert und so 11 Tonnen CO2-Emissionen (und 190.000 MJ Primärenergie) eingespart werden.

Während der Nutzungsdauer der Wärmedämmung (50 Jahre) werden weit mehr an klimawirksamen Luftschadstoffen und Energie eingespart, als bei der Herstellung und Nutzung der PVC-Produkte verbraucht werden.

Seit 50 Jahren gehört PVC (Polyvinylchlorid) zu den am häufigsten eingesetzten Kunststoffen. 30 Millionen Tonnen werden weltweit jährlich verarbeitet - im Bauwesen, in Elektro- und Elektronikprodukten, im Gesundheitswesen, in Fahrzeugen und in der Verpackung. Die weite Verbreitung von PVC-Produkten ergibt sich durch die vorteilhaften Eigenschaften dieses Kunststoffes. PVC-Produkte sind langlebig, wartungsarm, leicht, preisgünstig, recycelbar u.v.m. Sie können hart und stabil oder weich und flexibel produziert werden. Hergestellt wird PVC zu 43 % aus Erdöl und zu 57 % aus einem rohstoff, der praktisch unendlich verfügbar ist: Salz. Mehr als 80 % des in Österreich verwendeten PVC werden zu jahrzehntelang nutzbaren Bauprodukten (Rohre, Fenster, Böden etc.) verarbeitet.

Mehr über das Thema PVC erfahren Sie unter http://www.oekoeffizienz.at.